Fleisch vs. Pflanzen: Werden wilde Tiere friedlich, wenn wir vegan leben?
In diesem Gespräch zwischen Marvin (Next Level) und Elias (Gesundheit schafft Freiheit) treffen zwei Welten aufeinander. Beide ernähren sich hauptsächlich von Rohkost – doch während Marvin auf Fleisch setzt, lebt Elias rein pflanzlich.
Dabei kam ein unter Veganern beliebtes philosophisch-spirituelles Argument auf: Ist die Tierwelt nur ein Spiegelbild des Menschen? Nehmen wir die Energie des Tieres auf, wenn wir Fleisch essen? Und hätten wir eine so friedliche Ausstrahlung, wenn wir damit aufhören, dass selbst Raubtiere zahm werden?
Elias bringt dafür drei vermeintliche „Beweise“, die bei genauerer Betrachtung jedoch völlig in sich zusammenfallen:
1. Das Nara-Hirsch-Argument (Japan)
Elias behauptet, die berühmten Hirsche im Nara-Park hätten keine Scheu, weil sie geschützt und nicht gejagt werden.
❌ Die Realität: Nara ist kein Beweis für ein friedliches Miteinander mit Raubtieren, sondern zeigt ein gestörtes Ökosystem. Der natürliche Feind der Hirsche (der Honshū-Wolf) wurde vom Menschen komplett ausgerottet. Die Hirsche leben in einer künstlichen Wohlfühloase und greifen Touristen zur Paarungszeit regelmäßig an.
2. Die Anastasia-Buchreihe
In den Romanen wird behauptet, Raubtiere seien dem Menschen friedlich gesinnt und Aggression entstehe nur durch die negativen Schwingungen des menschlichen Fleischkonsums.
❌ Die Realität: Einen fiktiven Roman als biologischen Maßstab für die echte Welt zu nehmen, ist extrem gefährlich. Löwen, Wölfe und Krokodile sind biologisch obligate Fleischfresser – sie jagen nicht aus "böser Energie", sondern um zu überleben.
3. Die Fuchs-Anekdote aus Griechenland
Elias erzählt von einem Freund, der so eine ruhige Ausstrahlung in den Wäldern Griechenlands hatte, dass sich Füchse auf seine Füße und Vögel auf seine Knien setzten.
❌ Die Realität: Liegt das wirklich an einer feinstofflichen Energie – oder haben die Tiere hier nicht einfach gelernt, dass von diesem Menschen Futter zu erwarten ist? Wilde Tiere sind opportunistisch: Wenn sie merken, dass ein Mensch regelmäßig Nahrung hinterlässt und keine Gefahr droht, verlieren sie ihre Scheu. Ein gezähmter Fuchs bleibt biologisch dennoch ein Raubtier, das weiterhin Mäuse jagt.
Fazit: So schön die spirituelle Utopie einer völlig friedlichen Natur auch klingen mag – sie hält einer naturwissenschaftlichen Überprüfung nicht stand. Die Biologie von Raubtieren lässt sich nicht durch Fleischverzicht wegzaubern.
Quelle
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