Ich erinnere mich sehr intensiv an den Tagesausflug vor einigen Jahren, wo ich mit einem Freund auf dem Rhöndorfer Waldfriedhof war. Stundenlang haben wir uns die zum Teil alten Gräber, die Waldatmosphäre & die Pflanzenwelt angeschaut.
Hatten sogar Proviant dabei & haben auf dem Friedhof Brötchen geschmiert & genossen.
Es ist mir auch seit langer Zeit ein Wunsch, mal im Übergang zu Samhain eine Führung dort anzubieten, mit dem Fokus auf die Wildpflanzen, die dort auch zur Geltung kommen. Der Friedhof ist weitläufig und hat für mich eine ganz besondere Atmosphäre. Der Rhöndorfer Friedhof ist auch deswegen bekannt, weil Konrad Adenauer dort begraben ist.
Mit dem Grabschmuck kenne ich mich gar nicht so gut aus und doch gibt es Pflanzen, die auch immer wieder auf Friedhöfen vorkommen:
Die Eibe hat eine lange Tradition auf Friedhöfen. Die Eibe ist der Baum des Todes und der Ewigkeit.
Da Eiben extrem alt werden können (bis zu mehrere Jahrtausende) und oft auf alten Friedhöfen oder in dunklen Wäldern stehen, galten sie im alten Rom und auch bei den Kelten als Wächter der Unterwelt und des Übergangs.
Für die Kelten war die Eibe heilig und stand im Ogham-Alphabet für das Ende eines Zyklus und den Neubeginn.
Man glaubte, dass die Wurzeln der Eibe in die Münder der Toten reichten, um deren Seelen aufzusaugen und sie im immergrünen Kleid des Baumes weiterleben zu lassen.
Die Trauerweide ist, wie der Name schon besagt, ein Symbolbaum für die Trauer und den Abschied.
Durch ihre herabhängenden Äste erinnert die Gestalt an einen weinenden oder gebeugten Menschen und an fließende Tränen. Deshalb steht sie traditionell auf Friedhöfen.
Der Efeu ist eines der bedeutsamsten Symbole für ewiges Leben, Unsterblichkeit und Treue über den Tod hinaus. Der Efeu ist auch eine immergrüne Pflanze und trotzt der kalten Jahreszeit.
Auch das Immergrün ist auf Friedhöfen häufig zu finden.
Die Christrose wird oftmals als Grabschmuck für die Winterzeit verwendet. Sie blüht oft ab November oder Dezember bis ins Frühjahr und bringt helle Farbtupfer auf das Grab, wenn alles andere verblaßt. Gleichzeitig ein Symbol der Hoffnung, des Lichts und des Neubeginns in der dunklen Jahreszeit. Die Christrose ist auch eine starke Giftpflanze & aus vielen Geschichten hoch interessant. Zum Beispiel heißt sie auch Nieswurz und stammt daher, dass getrocknete und zerriebene Wurzeln früher als Niespulver gegen Geister, Krankheiten oder Geisteskrankheiten (Wahnsinn) eingesetzt wurden.
Wir finden auch viele Großbäume vor Ort. Linden, Eichen, Buchen, Kastanien und Platanen. Immergrüne Koniferen sind auch auf Friedhöfen häufig zu finden.
"Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus, flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus.“
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