Für Kinder mit Autismus oder schwerem ADHS ist der Präsenzunterricht aufgrund ihrer Filterschwäche nach Ansicht von Fachleuten oft ungeeignet. Überfüllte Klassen und der ständige Lärmpegel sind für viele von ihnen die reinste Folter. Homeschooling wie in Österreich wäre für viele ein Segen.
Generell sollten die Eltern entscheiden, wo ihr Kind lernt. Natürlich wäre die beste Lösung ein inklusives Schulsystem mit kleinen Klassen, Rückzugsräumen, mehr Lehrern und ausreichend Sonderpädagogen. Doch davon ist Bayern weit entfernt.
Eine Idee ist mitunter nur so gut wie derjenige, der sie hat. Als zuletzt Teile der AfD forderten, die hierzulande geltende Schul- durch eine Bildungspflicht zu ersetzen und Homeschooling zu ermöglichen, war der Aufschrei groß. Viele taten so, als sei das Recht auf Unterricht zu Hause der Untergang des Abendlands – auch, weil der Vorschlag von den Falschen kam.
Dabei ist Homeschooling in vielen Ländern erlaubt, etwa auch in Österreich.
Übrigens war laut einer Erhebung von 2019 damals schon jeder fünfte Autist in Bayern von einem Schulausschluss betroffen.
aus: bayerische-staatszeitung.de vom 9. 10. 26
Die Schule darf ausschließen, wenn es ihnen passt, aber die Eltern und die Kinder selbst haben keine Rechte?
Ein Kind muss erst sehr aggressiv werden, damit die Schule ihn los haben will und abschiebt!
Selbst wenn ein Kind oder Jugendlicher schwer krank wird, verfolgt ihn noch die Schulpflicht in Krankenhaus oder Psychiatrie.
Es wird höchste Zeit, in Deutschland über Schultrauma zu sprechen und andere Bildungswege zuzulassen!
Auch Eltern von nicht beeinträchtigten Kindern sollten das Recht auf Homeschooling haben. (...)
Ein Problem: Nicht jede Familie kann es sich leisten, dass Mutter oder Vater beruflich kürzertreten, um den Heimunterricht zu ermöglichen. Der Staat könnte dies jedoch mit einer Art Bildungszuschuss abfedern, auch weil er ja anderweitig einspart. Klar ist: Ein Weiter-so darf es nicht geben.
Ich schließe mich diesem Plädoyer an.
Svenja Herget, Homeschooling wagen