Die leise Weisheit des Wassers…und so heißt es im Volksmagischen, dass Wasser sich an alles erinnert.
Jeder Tropfen, der über Steine fließt, jeder See, der still unter dem Himmel liegt, trägt Geschichten und Erinnerungen in sich. Sie erzählen von Tränen, Freude, Heilung, und von all dem, was einmal war und doch weiterlebt.
Das Quellwasser galt früher als besonders rein. Man schöpfte es zur Schwellenzeit im Morgengrauen. In der Zeit in der Nacht und Tag noch zwischen den Welten lagen, wusch man sich mit diesem Wasser das Gesicht, um alte Lasten sanft abzustreifen.
Der stille und ruhende See hingegen war und diente immer schon als Spiegel der Seele. Man setzte sich an sein Ufer, wenn man sich selbst nicht mehr klar sehen und wahrnehmen konnte. Doch allzu oft zeigte er nicht das, was man sehen wollte… sondern immer das, was nun bereit war, um nun erkannt zu werden.
Und dann ist da noch der Regen, mit seinen Abertausenden Tropfen, großen und kleinen. So oft wird er unterschätzt, und auch gar oft überhört, dabei ist er der große Segner. Er fällt auf alles zu gleichermaßen, auf das Offene ebenso wie auf das Verborgene. Und manchmal da wäscht er nicht nur die Erde rein, sondern auch das Herz.
Wenn wir im magischen Wirken Wasser betrachten, so sehen und fühlen wir, dass es kein Element ist das festhält. Es lehrt dich das Fließen, Loslassen, das gut sein lassen, und es lehrt das Vertrauen in die Bewegung.
Wenn du dich also einmal schwer fühlst, deine Gedanken kreisen und dein Inneres unruhig wird, dann geh zum Wasser. Setz dich ans Ufer, halte deine Hände und auch Füße hinein. Oder lass gar den Regen deine Haut berühren.
Und vielleicht spürst du dann in diesem Moment, dass nicht alles gehalten werden muss. Nicht alles bleiben will und muss. Und dass Heilung oft erst dort beginnt, wo du aufhörst, dich an etwas festzuhalten.
Und ganz leise, zwischen zwei Wellen, könnte dir dann das Wasser zuflüstern, dass du selbst die Bewegung bist.
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