Herkunft: Der Granatapfel (Punica granatum) stammt ursprünglich aus Vorder- bis Zentralasien, wird heute aber im gesamten Mittelmeerraum und weltweit in warmen Regionen angebaut. Er gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit und wächst als sommergrüner Strauch oder kleiner Baum mit einer Höhe bis zu 5 Metern, der eine lange, heiße Reifezeit für seine süß-säuerlichen Früchte benötigt. Heute wird er in Türkei, Spanien, Ägypten, Marokko, Iran, Indien, Kalifornien, Chile und Südafrika angebaut. Er liebt heiße, trockene Sommer, milde Winter und sandig-lehmige Böden. Kurze Frostperioden bis ca. -10 °C hält er im Alter aus.
👉 Bereits in der Antike und in religiösen Schriften (Bibel, Koran) wurde er als Symbol für Fruchtbarkeit, Schönheit und ewiges Leben verehrt.
Ernte: Im Mittelmeerraum liegt die Erntezeit zwischen September und Dezember. In Chile und Südafrika wird der Granatapfel zwischen März und Mai geerntet.
👉 Granatäpfel reifen nach dem Pflücken nicht nach (nicht-klimakterische Frucht). Sie müssen vollreif geerntet werden.
Qualität und Lagerung: Eine gute Qualität erkennst du vor allem am hohen Gewicht und der Schalenbeschaffenheit (fest, ledrig und leicht rauch oder matt), nicht zwingend an einer makellos roten Farbe. Unbeschädigte Früchte halten sich problemlos 2 bis 3 Wochen im Obstkorb. Im Gemüsefach des Kühlschranks bleibt der Granatapfel mehrere Wochen bis zu 2 Monate frisch. Ausgepulte Kerne solltest du in einer luftdichten Box im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 4 bis 5 Tagen verzehren. Du kannst die einzelnen Kerne auf einem Brett vorfrosten und dann in einen Gefrierbeutel füllen. So halten sie sich im Tiefkühlschrank bis zu 1 Jahr.
Inhaltsstoffe: Die roten Saftkerne des Granatapfels zeichnen sich vor allem durch ihren extrem hohen Anteil an sekundären Pflanzenstoffen (Antioxidantien) aus, liefern aber auch wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe: Gerbstoffe wie Punicalagin und Ellagsäure, rote Farbstoffe (Anthocyane), Vitamin C, K und B-Vitamine, Kalium, Eisen, Magnesium und Punicinsäure.
Der Granatapfel enthält 78 % Wasser, 16 % Kohlenhydrate, 4 % Ballaststoffe, 1,5 % Eiweiß und 1 % Fett bei 74 bis 80 kcal je 100 g.
Entkernen:
1️⃣ Den Deckel abschneiden: Schneide den oberen Teil mit dem Blütenansatz flach ab (ca. 1–2 cm), bis die weißen Trennhäute im Inneren sichtbar werden.
2️⃣ Ritze die Schale von oben nach unten entlang dieser weißen Trennhäute leicht ein. Schneide dabei nicht zu tief in die Frucht, um die Kerne nicht zu verletzen.
3️⃣ Fülle eine große Schüssel mit kaltem Wasser. Tauche den Granatapfel unter und brich ihn entlang der Schnitte in seine Segmente auf.
4️⃣ Streife die Kerne mit den Daumen direkt unter Wasser von der Schale ab
5️⃣ Die schweren Saftkerne sinken auf den Boden der Schüssel, während die ungenießbaren weißen Häutchen an die Oberfläche treiben. Du kannst die Häutchen einfach abschöpfen und die Kerne durch ein Sieb abgießen.
👉 Genieße die roten Saftkerne inklusive der Samen im Inneren. Nicht für den Verzehr geeignet sind Schale und die weißen Trennhäute.
👉 Aus der getrockneten Schale lässt sich allerdings ein Tee zubereiten, welcher stark antioxidant, entzündungshemmend und zusammenziehend (adstringierend) wirkt.* Der Aufguss schmeckt bitter und herb und eignet sich auch für Mundspülungen gegen Zahnfleischentzündungen.
(Danke, Damarissa, für den Hinweis 💖).
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