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Dr. med. homöop. Heinrich Will (1891-1971) Dr. med. homöop. Heinrich Will (1891-1971) @drmedhwill · 10.4K subscribers
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Ernährungsreform
Dr. H. Will (1926) ………. Fortsetzung

Ich musste leider diese Mißstände ganz deutlich und klar aufzeigen, um denen, die mit der Lebens- und Ernährungsreform Ernst machen wollen, auch den Feind vor Augen zu führen. Wie mit der Oxalsäure in der Tomate versucht die Wissenschaft uns noch viele andere Naturkost zu verleiden. Wo wirklich die Natur einmal etwas unbekömmliches produziert, da brauchen wir die Wissenschaft nicht, um uns darauf hinzuweisen. Das hat das Volk längst selbst erkannt und überliefert es von Generation zu Generation (z.B. Tollkirsche). In der Tomate sind alle Mineralsalz und Vitamine so reichlich vorhanden, sie ist eines der wenigen Gemüse, die man ohne Zubereitung direkt aus der Hand essen kann, dass sie berufen ist die Kartoffel als Volksnahrungsmittel abzulösen. In Treibhäusern gelingt ihre Zucht das ganze Jahr über, und Glasgärten werden zur Befriedigung der Nachfrage in unserem Klima immer mehr in Aufnahme kommen, zumal jetzt ein Glas erfunden wurde, welches auch die ultravioletten Strahlen der Sonne durchlässt. Sehr anerkennenswert sind die Bestrebungen der „Liga für Mutterrecht und Kindesschutz“ (Anmeldung bei der Präsidentin Frau Finger in Paffendorf am Rhein) zur Einführung überglaster Gärten.
Die nächst der Tomate wichtigsten Gemüse sind die Möhre und der Spinat. Die Möhre wird bei uns schon auf weiten Landstrecken angebaut und ist deshalb ein bedeutendes Volksnahrungsmittel, weil sie ebenfalls alle Vitamine und Mineralsalze reichlich enthält, roh genießbar ist, sich den ganzen Winter hindurch hält und sehr billig ist. Es ist bestimmt anzunehmen, dass Tomate und Möhre infolge erhöhter Nachfrage und intensiverer Kulturmethoden einen Massenabsatz erreichen und billiger werden, als die Kartoffel, bei der man stets berücksichtigen muss, dass sie zur Zubereitung Arbeitskraft, Feuerung, Geschirr usw. braucht. Den Spinat kennen wir bisher nur gekocht. Es ist ein Verdienst neuerer Kochbücher, dass sie die Methoden vermitteln, wie man Spinat auch roh als wohlschmeckendes Gericht zubereiten kann.
In gleiche Linie wie die Tomate sind die folgenden Kräutergemüse zu stellen: Erdbeere, Preiselbeere, Gurke, Kürbis, Melone, Pfefferschoten, Ananas und andere, welche allesamt roh aus der Hand zu genießen sind. Zu den Möhren gehören: Weiß und Schwarzwurzeln, Rettig, Pastinake, rote Beete, Kohlrübe und andere. Zu den Spinaten: Mangold, Melde, Eiskraut, Burgelkraut, Sauerampfer, Waldsauerklee und andere. Außer diesen sind von großer Wichtigkeit die Salate: Kopf-, Schnitt-, Pflücksalat, Löwenzahn, Endivie, Zichorie, Rapunzel, Gartenkresse, Brunnenkresse und andere. Ferne die Kohle: Weiß-, Wirsing-, Rotkohl, Blumenkohl, Rosenkohl, Grünkohl und andere. Salatgewächse wie: Malven, Hopfen, Spargel, grüner Mai, Gemüseeibisch und andere. Nicht zu vergessen die Zwiebelgewächse wie: Schnittlauch, Porree, Zwiebel, die Gewürzkräuter wie: Fenchel, Esdragaon, Minzkräuter, Kerbel, Salbei, Anis, Kümmel und viele wildwachsenden Kräuter wie: Sauerampfer, Hirtentäschel, Schafgarbe, Waldmeister, Knöterich, Wegerich, Brennessel und viele andere.
Eine besondere Stufe bilden die Hülsenfrüchte, deren Name schon sagt, dass sie den Früchten sehr nahestehen. Bohnen, Erbsen und Linsen gehören zu den eiweißreichsten Nahrungsmitteln und bilden unter den Gemüsen den direkten Übergang zu den Nüssen. Die Fleischkost enthält tatsächlich sehr viel Eiweiß, welches in der Naturkost nicht fehlen darf, wenn auch nur etwa die Hälfte von dem wissenschaftlichen Quantum sich als notwendig erwiesen hat, also etwa 60 Gramm täglich (für solche angeführt, die Zeit zu Kostberechnungen haben). Einem stark übersäuerten Körper wird man nicht sofort die hitzigen Nüsse empfehlen, welche die Eiweißspender in der Früchterohkost sind. Hier nimmt man die Hülsenfrüchte als die geeignete Zwischenkost. Sie sind die Eiweißspender der Gemüsekost. Ihr pflanzliches Eiweiß ist dem Menschen zuträglicher, als das tierische.
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