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Dr. med. homöop. Heinrich Will (1891-1971) Dr. med. homöop. Heinrich Will (1891-1971) @drmedhwill · 10.4K subscribers
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Ernährungsreform
Dr. H. Will (1926) ………. Fortsetzung

Ist eine Fastenkur nicht durchführbar, dann tritt die vorwiegende Gemüsekost in ihr Recht. Nun kommt es aber darauf an, dass keine Fehler in der Zubereitung gemacht werden. Es gilt die Mineralsalze und Vitamine zu erhalten. Die letzteren gehen beim Kochen und Dämpfen verloren. Die Mineralsalze dagegen vertragen das Kochen zwar, aber sie gehen in die Brühe über. Man muss sie also zumindest im eigenen Saft dämpfen, wenn das Gemüse überhaupt noch einen Wert in unserem Sinne haben soll. Glücklicherweise kann man aber die meisten Gemüse roh essen und sie sogar mit etwas Geschick recht schmackhaft machen. Es liegt nicht im Plan dieses Buches, Kochrezepte zu geben. Man lese dieselben in den einschlägigen Kochbüchern nach.
Wie sehr die Gemüsekultur fortgeschritten ist, das zeigt die Tomate, welche vor Jahren noch ziemlich unbekannt, jetzt selbst in kleinen Dörfern regelmäßig zu haben ist, und zwar fast zu jeder Jahreszeit. Sie ist tatsächlich die Krone der Gemüse und stellt sowohl in ihrer Form, als auch in der Möglichkeit des rohen Genusses direkt den Übergang zu den Früchten her. Vor kurzem hörte ich einen Chemiker sagen, man solle nicht viele Tomaten essen, da sie Oxalsäure enthielten. Gleiche Ansichten wird man wohl auch von Schulmedizinern zu hören bekommen, die das viel mehr giftige Säuren enthaltende Fleisch an erster Stelle empfehlen. Gewiss haben die Errungenschaften der Chemie und Medizin ihre Früchte gezeitigt: eine Gruppe von Menschen ist reich, sehr reich dabei geworden. Chemie und Schulmedizin sind weiter nichts, als ein Tanz um das goldene Kalb der Materie, sie erkennen vom Menschen nur den großen physischen Leib an und wissen nicht, dass die seelischen und geistigen Kräfte die Herren des Körpers sind, welcher lediglich ihre Wohnung darstellt. Lassen wir uns von den Maurern und Zimmerleuten unseres Hauses etwa vorschreiben, wie wir darin leben sollen? Nein, wir bestimmen, wie wir den Bau haben wollen und stellen die Handwerker an, damit sie es nach unseren Wünschen ausführen, was sie dann auch je nach ihrem technischen Können gegen Bezahlung tun. Nun sagt uns unser natürliches Empfinden ohne allen Zweifel: der Mensch ist ein Geschöpf der Natur, also wird ihm die Natur auch stets diejenige Kost geben, die seiner geistigen Höhe entspricht und ihm weiteren Aufstieg ermöglicht. Diejenige Nahrung, welche speisefertig und schmackhaft von der Natur geboten wird, ist die richtige. Also bitte ihr Chemiker und Mediziner, beweist uns das, dann wollen wir gerne anerkennen, dass eure Wissenschaft eine biologische ist. Und tatsächlich nähert sich die Forschung unserem Standpunkt: Von der grobschlächtigen Eiweiß-Fett-Kohlehydratnahrung vor 50 Jahren kam sie vor 30 Jahren zu der nur mit dem Mikroskop erkennbaren Mineralsalznahrung und vor 10 Jahren zu den gänzlich immateriellen Vitaminen, die sie allerdings vorläufig noch chemisch statt geistig zu fassen versucht. Es besteht also immerhin die Möglichkeit, dass sie in absehbarer Zeit die von uns gestellte Aufgabe erfüllt und das viele Geld, das sie von uns auf dem Umweg über den Staat erhält, doch noch verdient. Törichterweise hat sie aber auf allen ihren Forschungsstufen behauptet, nun sei ihr Haus fertig. Wer ihr das geglaubt hat, war jedesmal hereingefallen und musste es mit seinen Kindern an der Gesundheit büßen. Leider hat sie den Staat und viele sogenannte « Wohlfahrts » -organisationen zu Sklaven gemacht, sodass die Beköstigung in allen Staatsanstalten, Krankenhäusern, Volks- und Kinderspeisungen, sofern sie wissenschaftlich kontrolliert werden, zu Unterernährung, Krankheit und Verdummung führt. Nun arbeitet das System Wissenschaft-Staat sehr gemütlich, wie bei Gehaltsempfängern verständlich. Man steht da heute praktisch noch auf den Erkenntnissen der ersten Stufe vor 50 Jahren, wie ich immer wieder feststellen muss: die Gemüse in den Krankenhäusern werden abgebrüht oder ausgekocht und häufig aufgewärmt, die wohltätigen Kinderspeisungen erfolgen durch ausgekochte Suppen usw.
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