Im alten Geiste gedacht und gerechnet ist die Kartoffel ein geradezu ideales Nahrungsmittel. Allerdings wird schon bei solchen „exakten“ Berechnungen nicht erwähnt, dass Kartoffel und Kartoffel ein großer Unterschied ist je nach Rasse, Bodenbeschaffenheit, Düngung usw. Das durchweg zugegebene allgemeine Nachlassen der Qualität unserer Kartoffeln ist aus den Nahrungsmitteltabellen nicht ersichtlich. Gleichwohl erfüllt sie nahezu alle Anforderungen, die man an ein ideales Volksnahrungsmittel stellen soll: sie ist billig, sie sättigt, sie enthält reichlich Kalorien, Eiweiß, Fett, Kohlehydrate, Mineralsalze, Vitamine. Aber hier kommt schon der Haken: die Kartoffel ist für uns nur in gekochtem oder gebratenem Zustande genießbar (sie soll auch roh gerieben und mit Zwiebeln und Gewürzen angemacht eßbar sein, ich selbst bekomme danach aber bei sonst hervorragendem Magen jedesmal derart Magenschmerzen, dass ich daran zweifle), aber durch das Kochen gehen die Vitamine verloren, und die Mineralsalze erhalten sich nur bei der Pellkartoffel. Das Kochen erfordert Feuerung, das Braten noch dazu Fett, beides Arbeit durch Reinigen, Schälen, Zurichten, Geschirrspülen usw., sodaß es schon zweifelhaft wird, ob sie, wenn sie zum Munde eingeht, wirklich viel Billiger zu stehen kommt, als die aus der Hand gegessene Nuß, Frucht, Tomate oder Möhre, die alle ungleich höhere Nährwerte enthalten und in viel geringerer Menge – gutes Kauen vorausgesetzt – zur Sättigung führen. ……..Fortsetzung folgt...
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