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Dr. med. homöop. Heinrich Will (1891-1971) Dr. med. homöop. Heinrich Will (1891-1971) @drmedhwill · 10.4K subscribers
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Ernährungsreform
Dr. H. Will (1926) ………. Fortsetzung

Für uns hier handelt es sich lediglich um die Praxis der Ernährung, und da können wir nur immer wieder sagen: die Wissenschaft darf uns kein Maßstab werden bei einem so wichtigen Ding wie der Ernährung. Nur die Natur, wie wir sie um uns sehen und wie sie in uns lebt, kann uns die Richtlinien geben. Die Wissenschaft kann nachträglich chemische Analysen machen, aber diesen Begriff des Lebendigen, wie es in allen Dingen spukt, kann sie niemals in Formeln bringen. Und doch lebt die Milch. Lassen wir einen Topf Milch stehen, so ändert sich ihre Beschaffenheit ununterbrochen, sie wird sauer, sammelt das Fett an der Oberfläche, gerinnt, verwässert, verkäst. In jeder dieser Formen hat sie für uns einen ganz anderen Wert und ergibt eine andere Analyse. Immer aber bezeichnen wir sie mit «Milch». So kommt es, daß selbst jenes wässrige, bläuliche, geschmacklose Ding, das in den Städten als Magermilch verkauft wird, noch unter den Begriff «Milch» fällt und von Menschen als solche gekauft wird, obgleich es nur Schweinefutter ist. Dieser Lebensvorgang in der Milch ist ein Wertverminderungsprozeß, welcher desto schneller vor sich geht, je mehr die Milch bewegt wird und je heißer die Witterung ist. Bei Gewitterluft kann selbst frische Milch im Moment gerinnen und für den Genuß unbrauchbar werden. Die Hausfrauen pflegen sich dagegen zu schützen, indem sie die Milch sofort nach dem Einkauf, im Geschäft oder beim Milchmann, abkochen. Dadurch wird das Leben in der Milch allerdings getötet und sie bleibt dann längere Zeit im gleichen chemischen Zustand. Mit dem Anwachsen unserer Großstädte mußte immer mehr Milch und stets von weiter her herangeschafft werden. Sie wird meist mit einem Bauernwagen bis zur Bahnstation gefahren, von dort mit dem Zug bis in die Stadt, und die Stadt Mannheim bezieht z. B. ihre Milch teilweise aus der Schweiz. Aber schon der Transport mit dem Bauernwagen bis zur Bahnstation schüttelte und entwertete die Milch derartig, daß sie bereits sauer war/ als sie beim Händler ankam. Hier mußte Abhilfe geschaffen werden. So entwickelte sich der Molkereibetrieb, der immer mehr staatliche Förderung und Beaufsichtigung erfuhr. Die Bauern liefern die Milch in die Molkerei, dort wird sie sofort zu ihren entsprechenden Zwecken verarbeitet und für den Transport vorbereitet. Hierzu wird sie teilweise zur Tötung der Keime und um sie vor Gerinnung zu schützen, abgekocht und dann schnell gekühlt, oder sie wird „dauerpasteurisiert“, das heißt, in Spezialapparaten eine halbe Stunde lang auf 63 Grad erhitzt. Die Dauerpasteurisierung wird deshalb von manchen Seiten mehr befürwortet, weil dadurch die Vitamine mehr erhalten bleiben sollen, als bei Erhitzung über 70 Grad hinaus. Andererseits werden die meisten pathogenen Keime abgetötet und die Milch ist nicht mehr infektionsfähig. Allerdings überstehen einige Bakterienarten auch die Pasteurisierung und können eine gefährliche Zersetzung der Milch bewirken Die Milch wird also heutzutage in vielseitiger Weise „behandelt“, bis sie in die Hände des Händlers kommt, und selbst auf den Dörfern bekommt man nur noch selten Milch direkt aus dem Stall, weil die Bauern inzwischen durch Genossenschaften einen Ablieferungszwang an die Molkereien eingeführt haben. Diese „Behandlung“ ist nur durchgeführt, aus Sorge um das Wohl der Menschheit, um ihr eine nicht gerinnbare Milch zuzuführen und sie vor Infektionen zu schützen….
………………..Fortsetzung folgt….

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Telegram Dr. med. homöop. Heinrich Will (1891-1971) Die Rezepte und Berichte sind ein Erbe meines Vaters (1891-1971), die er um 1927 rum verfasst hatte (Copyright!). Er studierte Medizin und ist dann voll überzeugt, in der Zeit in der man sich an Paracelsus wieder erinnerte, auf Homöopathie umgestiegen.
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