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Dr. med. homöop. Heinrich Will (1891-1971) Dr. med. homöop. Heinrich Will (1891-1971) @drmedhwill · 10.4K subscribers
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Ernährungsreform
Dr. H. Will (1926) ......Fortsetzung

• Das Milchvieh, welches in nordischen Ländern heute noch zum Teil die völlige Freiheit genießt und dem Menschen freiwillig dient, wurde mit zunehmender Zivilisation bei uns immer mehr ausgebeutet. Man sah in ihm nur noch den Milchlieferanten und Geldbeutelfüller und preßte „nach den neuesten wissenschaftlichen Methoden“ aus ihm heraus, was irgend herauszuholen war. Man züchtete es auf erhöhte Milchleistung hin, ohne die Konstitution zu berücksichtigen. Man nahm ihm die Bewegungsfreiheit in der Natur und sperrte es in Ställe. Man gab ihm wissenschaftlich errechnetes Kunstfutter, welches erfahrungsgemäß einen besonderen Milchfluß hervorbrachte. Dies ist im Hinblick auf den zivilisierten Menschen, der oft wochenlang nicht aus der Stickluft der Stadtwohnungen herauskommt und sich von ausgekochter oder konservierter Nahrung ernährt, natürlich absolut nichts auffallendes. Aber an der Qualität der Milch ist dieser Abschluß von der Natur genau so zu merken, wie an den «Leistungen» und der geistigen Entwickelung des zivilisierten Menschen. Der Bewegungsmangel, der Abschluß von Licht und Luft, die Unmöglichkeit sich sein Futter nach eigenem Instinkte suchen zu können und die Aufzwingung des Kunstfutters haben das Milchvieh mit der Zeit so degeneriert, daß es in erhöhtem Maße von Krankheiten und Seuchen heimgesucht wird. 60% der Milchkühe gelten nach den Ergebnissen der Tuberkulinprobe als tuberkulös, in 10-15% der Handelsmilch wurden Tuberkelbazillen gefunden. Wenn diese Ergebnisse bei der Unsicherheit der Tuberkulinreaktion und den großen Fehlermöglichkeiten aller Statistiken vorsichtig zu bewerten sind, so gibt das Ergebnis doch sehr zu denken, obgleich es fraglich ist, ob die Rindertuberkulose und die Menschentuberkulose identisch sind. Ferner wissen wir, daß bei allen ansteckenden Krankheiten die Ansteckung das wenigste ist, daß es viel mehr darauf ankommt, ob Ansteckungsstoff im Menschen vorhanden ist, wie er sich durch die Verschlackung, Versteinung, Verkalkung von Blut und Säften infolge falscher Ernährung bildet. Das Milchvieh wird außer von Tuberkulose aber auch immer mehr von anderen Krankheiten heimgesucht, gegen deren Allgemeingefährlichkeit sogar ein besonderes Viehseuchengesetz erlassen werden mußte. Es handelt sich um Maul- und Klauenseuche, Lungenseuche, Milzbrand, Scheidenkatarrh, Euterentzündung, und wie die Krankheiten alle heißen. Auch bietet die Milch unter gewissen Umständen dem Typhusbazillus eine Vermehrungsmöglichkeit. Wenn diese letzteren Erkrankungen durch das Viehseuchengesetz rechtzeitig erfaßt werden und dadurch die Allgemeinheit davor geschützt werden kann, so kann man doch wohl kaum sagen, daß die Milch als ein gesundheitsgemäßes Nahrungsmittel angesprochen werden kann, wenn man bei jedem Schluck an diese zum Teil ekelhaften Krankheiten denken muß. Das Gesetz sperrt die kranken Tiere doch erst dann ab, wenn die Krankheit deutlich erkennbar ist. Inzwischen haben aber vielleicht Hunderte die verseuchte Milch getrunken. Die Rindertuberkulose verläuft so schleichend, daß die Milch tuberkulosekranker Kühe vielleicht jahrelang verkauft werden kann, ehe man die Krankheit merkt. Außerdem haben die Viehhalter, die am Milchabsatz interessiert sind, bei der heutigen allgemeinen Gewissenlosigkeit sicher keine allzugroße Luft, durch frühzeitige Anzeige ihr Vieh und ihren Geldbeutel trocken zu legen! ..Fortsetzung folgt….
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Telegram Dr. med. homöop. Heinrich Will (1891-1971) Die Rezepte und Berichte sind ein Erbe meines Vaters (1891-1971), die er um 1927 rum verfasst hatte (Copyright!). Er studierte Medizin und ist dann voll überzeugt, in der Zeit in der man sich an Paracelsus wieder erinnerte, auf Homöopathie umgestiegen.
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