Propagandaforscher Dr. Jonas Tögel von der Universität Regensburg schlägt im Journal of Communication Inquiry das Konzept der „Organized, Psychology-based Persuasive Communication“ (OPPC) vor. Es soll eine Lücke zwischen Kommunikationsforschung und Psychologie schließen. Der 2023 eingereichte Artikel wurde nun veröffentlicht.
Tögel: „Immer wieder wurde mein Fachartikel von den Editoren verschiedener Fachmagazine abgelehnt, obschon die Gutachter sich für eine Veröffentlichung aussprachen.“
Viele Begriffe – Public Relations, strategische Kommunikation, Cognitive Warfare – beschrieben ähnliche Vorgänge. Tögel sieht Soft Power als gemeinsamen Nenner: unmerkliche Einflussstrategien, die Emotionen, Motive und Denkfehler nutzen, ohne sofortigen Widerstand auszulösen. Voraussetzung sind Machtungleichheit und organisierte Absicht.
Bestehende Modelle erfassten oft nur Sender, Botschaft und Kanal oder soziologische Filter. Die psychologische Verarbeitung beim Empfänger bleibe unterbelichtet.
Sein neue Modell verbindet beides. Es umfasst Sender, Verbreitung, Empfänger (Wahrnehmung, Kognition, Emotion, Motivation, Verhalten) und Feedback. Es unterscheidet allgemein geteilte Bedürfnisse von individuellen Merkmalen und erklärt Techniken wie emotionale Bilder oder digitales Mikrotargeting.
Tögel betont dabei auch Grenzen: Das Modell sei ein Überblick, keine vollständige Theorie. Es solle vor allem weitere Forschung und eine Debatte über den Einsatz solcher Methoden anstoßen.
https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/01968599261486005t.me/Rosenbusch