Post #280
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Juri Dmitrijew hat viele Jahre seines Lebens der Aufarbeitung stalinistischer Verbrechen gewidmet. Seit zwei Jahren sitzt Dmitrijew jedoch in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den Leiter von Memorial in Karelien der Kinderpornographie, des sexuellen Missbrauchs und des unerlaubten Waffenbesitzes. Sie fordert eine 15-jährige Lagerhaft für den Beschuldigten. Die Urteilsverkündung wird am 22. Juli erwartet. Dmitrijew bestreitet alle Vorwürfe bis auf den Besitz eines Einzelteiles von einem Jagdgewehr. Vom Vorwurf der Kinderpornographie wurde Dmitrijew bereits 2018 freigesprochen, die Staatsanwaltschaft ging jedoch in Berufung, weshalb der Fall aktuell neu verhandelt wird. Die Menschenrechtsorganisation Memorial sowie zahlreiche unabhängige Beobachter, Wissenschaftler und Kulturschaffende, die sich mit Dmitrijew solidarisiert haben, sehen eine klare politische Motivation in dem Prozess. Wer die bewegende Geschichte von Juri Dmitrijew noch nicht kennt – Schura Burtin hat sie aufgeschrieben (Archiv-Text): https://www.dekoder.org/de/article/dimitrijew-terror-solowezki-gulag
дekoder | DEKODER | Journalismus aus Russland und Belarus in deutscher Übersetzung | Die Geister der Vergangenheit Juri Dmitrijew hatte über Jahrzehnte die Zeit des Großen Terrors rekonstruiert, den Toten anonymer Massengräber Namen und ein würdiges Begräbnis gegeben. Nun wurde seine Lagerhaft von 13 auf 15 Jahre