Die Stadt Kars im heutigen Ostanatolien ist bekannt durch den Roman „Schnee“ von Orhan Pamuk. Im Lauf der Jahrhunderte war die Region nacheinander Teil mehrerer Reiche: Armenisches Königreich, Byzanz, Georgisches Königreich, Osmanisches Reich. Nach dem Russisch-Osmanischen Krieg von 1877/78 wurde Kars von Russland annektiert. Die neuen Herrscher verpassten Kars ein neues Antlitz mit am Reißbrett geplanten Straßen als Symbol von Ordnung und Fortschritt. Die „Modernisierung“ bedeutete aber auch Vertreibung zehntausender muslimischer Bewohner.
Bis zum Ersten Weltkrieg war Kars von großer ethnischer Vielfalt geprägt. In der Stadt lebten Armenier, Türken, Kurden, Griechen, Russen, Juden, Esten, Deutsche und zahlreiche andere. Nach der Oktoberrevolution zogen die Bolschewiki die Truppen zurück und Kars kam wieder unter türkische Herrschaft.
Der Fotograf Max Sher hat sich in Kars auf Spurensuche gemacht: nicht nach dem Fremden, sondern dem Vertrauten. 2025 erschien sein Buch „Snow“. Wir zeigen Auszüge.
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