31. Juli 2018 in Cherson:
Ein Unbekannter übergießt die Stadträtin und Antikorruptionsaktivistin Kateryna Handsjuk mit einem Liter konzentrierter Schwefelsäure. Rund vier Monate später stirbt die 33-Jährige an den Verätzungen.
Der Mordanschlag erschütterte die ukrainische Öffentlichkeit: Fußballfans und Menschenrechtler, rechte und linke Aktivisten, Ehrenamtliche, Korruptionsbekämpfer und Journalisten protestierten für sie.
Oft schien es, als würden die Ermittlungen nur durch die Bemühungen von Handsjuks Unterstützern vorangetrieben. Die Polizei stufte das Verbrechen erst nach und nach von „Rowdytum“ zu „Mord mit besonderer Grausamkeit“ hoch.
Das Attentat und seine Aufklärung stehen in der Ukraine symbolisch für die Zeit zwischen Euromaidan und russischer Vollinvasion.
Um die verworrene Geschichte aufzudröseln, hat Gerichtsreporter Maksym Kamenjew im Onlinemedium Graty Prozessakten und Urteile zu Tätern, Komplizen, Organisator und Auftraggeber ausgewertet – und so den Vorfall rekonstruiert.
Auf dekoder erscheint der Text auf Deutsch in drei Teilen.
Teil 1: Das Attentat:
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