Als ihr Mann vor zwölf Jahren starb, traute Antonina sich zunächst nicht, zum Fischen allein mit dem Boot auf den See hinaus zu fahren. Also fragte sie ihre Nachbarin Galja, ob sie mitkommt. Nach dem ersten Mal hatten sie’s raus und die beiden wurden dicke Freundinnen.
„Ringsum waren Männer in ihren Booten unterwegs, und mittendrin wir zwei Frauen. Die Männer haben ihre Mützen geschwenkt und uns zugewunken.” Spott habe sie nie gehört. In ihrem Dorf haben alle Respekt vor den Fischerinnen.
Nahe der Grenze zu Finnland, in den Dörfern Kareliens, leben viele russische Rentnerinnen – die meisten Witwen – die das ganze Jahr über ihre Angeln und Netze auswerfen. Eine Fotoreportage über russische Frauen, für die das Fischen ein Rettungsanker ist – für jede auf ihre eigene Art.
