Als ich 2015 Maly Trostenez zum ersten Mal mit einer Exkursion besuchte, war ich erschüttert von dem Kontrast, den ich dort sah und hörte. In den 70 Jahren, in denen sich Stadt und Natur weiterentwickelt hatten, waren sämtliche Spuren dessen, was hier geschehen war, verschwunden.
Auschwitz, Bergen-Belsen oder Treblinka sind fester Bestandteil der Erinnerungskultur rund um die mörderische Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten. Das kleine Dorf Maly Trostenez nahe der belarussischen Hauptstadt Minsk ist als NS-Vernichtungsstätte weniger bekannt. Zehntausende Menschen wurden in Maly Trostenez erschossen oder in Gaswagen erstickt. Systematisch ermordet wurden Jüdinnen und Juden aus dem Minsker Ghetto sowie aus mitteleuropäischen Städten wie Wien.
