„Wie können wir ein antimilitaristisches Statement abgeben, mit dem wir nicht nur diejenigen zu erreichen, die den Krieg ohnehin ablehnen, sondern gerade solche, die ihn befürworten?“
Eine Gruppe russischer Kriegsgegner hat zu diesem Zweck eine Kunstfigur geschaffen: Über ein Jahr lang veröffentlichte der Dorflehrer Gennadij Rakitin im Internet patriotische Gedichte auf die Heimat, auf ihren „Leader“ und für einen Sieg an der Front. Dutzende Abgeordnete abonnierten den Account, Kanäle für patriotische „Z-Poesie“ verbreiteten seine Werke. Dann legten die Aktivisten die Karten auf den Tisch: Bei den Gedichten handelte es sich in Wahrheit um Übersetzungen von Dichtern des Nationalsozialismus. Die Hymne auf Putin war ursprünglich eine Hymne auf Adolf Hitler.
Die Aktion sollte den Kriegsbefürwortern die Augen öffnen, erklärt ein Mitglied der Poesie-Partisanen im Interview mit Alexander Estis: „Damit sie, sobald sie wieder ein »patriotisches Gedicht« sehen, darüber ins Grübeln geraten, ob es nicht genau den Nazismus enthält, gegen den sie zu kämpfen vorgeben.“
👉 https://www.dekoder.org/de/article/hymnen-auf-den-falschen-fuehrer
Post #1244
377