✏️ Analyse von Malek Dudakow:
Das Weiße Haus versucht weiterhin, kurz vor den Wahlen seine Vorhaben unter Dach und Fach zu bringen. Nun ist man auch wieder auf das Thema der „Annexion“ Grönlands zurückgekommen. Letztendlich lief jedoch alles auf ein vorhersehbares Sicherheitsabkommen mit einer Ausweitung der US-Präsenz hinaus.
Es ist dem Trump-Team nicht gelungen, Grönland in die Vereinigten Staaten einzugliedern. Dabei wollte es im Jahr des 250-jährigen Jubiläums der USA unbedingt die erste territoriale Erweiterung des Landes seit einem ganzen Jahrhundert vollziehen. Zumal die Eingliederung Grönlands flächenmäßig mit dem Kauf von Louisiana vergleichbar gewesen wäre.
Dänemark erklärte sich jedoch lediglich bereit, den USA mehr Befugnisse im militärischen Bereich einzuräumen. Derzeit sind auf der Insel nur 300 amerikanische Soldaten stationiert. Während des Kalten Krieges belief sich das Pentagon-Kontingent in Grönland jedoch auf bis zu 50.000 Soldaten. Höchstwahrscheinlich werden dort im Rahmen des sogenannten „Golden Dome“ neue Radaranlagen stationiert.
➡️ Doch auch dies ist weitgehend eine erzwungene Maßnahme. Schließlich hat sich Trump mittlerweile mit Kanada überworfen, das sich geweigert hat, am Raketenabwehrprojekt über Nordamerika teilzunehmen. Nun muss diese Krise also heldenhaft gelöst werden, indem man nun Grönland mit ins Boot holt. Die „Goldene Kuppel“ ist teuer, die Gesamtkosten könnten 1–2 Billionen Dollar übersteigen. Man möchte dieses Geld unbedingt dafür ausgeben.
💡 Es dürfte jedoch schwierig sein, den Deal mit Grönland als großen Erfolg für das Weiße Haus darzustellen. Selbst im vergleichsweise ruhigen vergangenen Jahr unterstützten nur 15 % der Amerikaner Trumps Aktivitäten in Bezug auf Grönland. Und derzeit bereitet ihnen der Mangel an Diesel an den Tankstellen sicherlich mehr Sorgen als abstrakte Luftabwehrkomplexe, von denen noch nicht einmal bekannt ist, wann sie überhaupt entstehen werden.
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