Das Wort zum Sonntag!
„Nur gemach, nur gemach!" – wer diesen Zuruf noch kennt, kennt ein Wort, das aus unserem heutigen Sprachgebrauch fast verschwunden ist.
Ursprünglich war „gemach" ein Adjektiv: Das althochdeutsche „gimah" (8. Jahrhundert) bedeutete passend, geeignet, bequem – eine Bildung zum Verb „machen", das damals noch zusammenfügen, zusammenbringen hieß. Gemach meinte also wörtlich das, was sich gut fügt, was zusammenpasst. Daraus wurde im Mittelhochdeutschen „gemach" für bequem, ruhig, langsam – man ermahnte sich damit gegenseitig zur Gelassenheit, ganz ohne Eile.
Erst später entstand daraus das Substantiv „das Gemach" – der Ort, an dem man eben jene Bequemlichkeit findet: das Zimmer, die Wohnung. Bis heute klingt die alte Bedeutung nach in „gemächlich" (gemütlich, ohne Hast) und in „Ungemach" (Kummer, Unbequemlichkeit).
Vielleicht ist der Sonntag ja der perfekte Tag, um es selbst einmal ganz gemach angehen zu lassen. 🕊
Der Buttervogel wünscht Ihnen einen gemütlichen Sonntag!☀️
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