Das Wort zum Sonntag!
Der Flegel steckt tief in der bäuerlichen Arbeitswelt: Das althochdeutsche „flegil" (10. Jahrhundert) bezeichnete ursprünglich das Dreschgerät, mit dem Getreide von der Spreu getrennt wurde – der Name geht auf das lateinische „flagellum" („Peitsche, Geißel") zurück, wegen der ähnlichen schwingenden Bewegung beim Dreschen.
Schon im 16. Jahrhundert wurde aus dem Werkzeug ein Schimpfwort: Wer sich ungehobelt benahm, wurde selbst zum „Flegel" – der Bauer wurde abwertend mit seinem eigenen Arbeitsgerät gleichgesetzt. Im 17. Jahrhundert kam „Flegelei" für grobes Benehmen hinzu, und erst im 18. Jahrhundert bürgerte sich „Flegeljahre" als Wort für die Zeit jugendlicher Unreife ein – jene Phase zwischen Kindheit und Erwachsensein, in der man gerne einmal über die Stränge schlägt.
Eine besonders schöne Fährte führt von hier zu Jean Paul: Sein unvollendeter Roman „Flegeljahre" (1804/05) erzählt von den ungleichen Zwillingsbrüdern Walt und Vult – und inspirierte Robert Schumann so sehr, dass er nach dem berühmten Maskenball-Kapitel des Buches sein Klavierwerk „Papillons" komponierte. Schmetterlinge, die aus den Flegeljahren aufsteigen – ein Gedanke, der dem Buttervogel natürlich besonders gut gefällt. 🦋
Erinnern Sie sich noch an Fisimatenten aus Ihren Flegeljahren? 😜
Genießen Sie Ihren Sonntag! ☀️
➡️ Sie lieben die deutsche Sprache. Dann folgen Sie dem BUTTERVOGEL. 🦋
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