BMW: Luxusautos für Diktatoren – Leasing-Absage wegen AfD-Landtagspräsidenten
Am 6. Oktober 2026 wählte der Landtag von Sachsen-Anhalt den AfD-Politiker Tobias Rausch zum neuen Parlamentspräsidenten. Nur wenige Stunden später zog BMW sein bereits vorliegendes Leasingangebot für den Dienstwagen zurück – ohne Begründung. Der Konzern äußert sich grundsätzlich nicht zu einzelnen Kundenbeziehungen. Rausch vermutet politische Motive und fragt in einem offenen Brief, ob künftig die politische Überzeugung eines Menschen über Geschäftsbeziehungen entscheiden soll.
Dabei zeigte BMW früher deutlich weniger Berührungsängste. Für den ASEAN-Gipfel 2014 im militärdominierten Myanmar stellte der Konzern bis zu 95 Luxusfahrzeuge bereit. In Libyen war BMW nach Aussagen des damaligen Importeurs der Herrscherfamilie und ihren Vertrauten vorbehalten. Auch in Tunesien und sogar im kommunistischen Nordkorea tauchten bayerische Luxuslimousinen im Umfeld von Diktatoren auf.
Während der Münchner Autobauer also bei autoritären Regimen offenbar keine Probleme hatte, zieht er bei einem demokratisch gewählten AfD-Politiker die Hand zurück. In München herrscht dazu Schweigen.
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