🪶🌳 der Kreuzdorn Mythologie und Bräuche 🌳🪶
Sommerkind
deutscher Name der Art Purgier-Kreuzdorn
lateinischer Name der Art Rhamnus cathartica
Gattung
Kreuzdorn
Familie
Kreuzdorngewächse
Ordnung
Rosenartige
Klasse
Bedecktsamer
Abteilung
Gefäßpflanzen
Der Kreuzdorn und der Faulbaum sind enge Verwandte. Sie gehören beide zur Familie der Kreuzdorngewächse. Darunter geht es drunter und drüber, über die Zugehörigkeit zu den Gattungen sind sich die Forscher wohl nicht einig.
Anbau und Ernte
Verwendung
Magie
Schutzzauber:
Schon in der Antike wurde eine Art des Kreuzdorns an den Türen gegen Hexerei befestigt.
Nach Dioscurides soll man Zweige in die Fenster hängen.
Der Kreuzdorn galt auch später als mächtiges Mittel gegen Behexung und den bösen Blick. Beispiele:
An Walpurgi, Ostern, Georgi oder am Himmelfahrtsmorgen (fränk. Niederhessen) befestigt man Kreuzdornäste an den Stalltüren, -fenstern, im Stall oder auf den Misthaufen, um das Vieh vor Verhexung zu schützen. Am Stefansmorgen in die Raufe gelegt, schützt er die Pferde vor jeder Krankheit. In der Johannisnacht von 12–1 Uhr oder am Mittag von 12–1 Uhr geschnitten, schützt er das Vieh vor Unglück. Am Karfreitagmorgen vor Sonnenaufgang peitscht man das Vieh stillschweigend mit Kreuzdornruten; die Schläge treffen das Vieh, aber die Schmerzen haben die Hexen, die auf dem Vieh sind. Die Ruten stecke man an einen heimlichen Ort, wohin weder Sonne noch Mond scheint. Um Krankheit aus dem Stall zu bringen, schlägt man jedes Stück Vieh mit einem Kreuzdornstock dreimal an den linken Hinterfuß und spricht dabei: Ich kehre dich heraus / Aus meinem Haus / Und kommst nicht mehr zu Haus.
In Schlesien und Pommern wurden Zweige an Türen, Gärten, Ställe und Äcker gesteckt.
In Pommern, Lauenburg, Hessen und Wendland machte man aus dem Kreuzdorn behexungssichere Stäbe für das Butterfass.
In Mecklenburg schlug man Kreuzdorn-Pflöcke in Türen und Schwellen in Haus und Stall.
Ebenfalls in Mecklenburg legte man Kreuzdornstöcke vor die Stalltür, wenn das Vieh das erste Mal ausgetrieben wurde, oder wenn neues Vieh in den Stall kam. Man peitschte auch das Vieh mit Kreuzdornweigen und verriegelte die Ställe damit.
In Hessen legte man Kreuzdorn in alle vier Ecken, an Fenster und an Türen, in Haus und Stall.
Man schlug auch Kreuzdorn in die Hörner des Viehs.
Man verwendete den Strauch zu Oster- und Notfeuern.
Allgemein verwendete man Dornsträucher zum Schutz, indem man sie am Vorabend des 1. Mai in Haus und Hof aufhing.
Mit einem Kreuzdornstock kann man Hexen, Teufel oder das wilde Heer bannen, besonders wenn man damit einen Kreis um sich zieht.
Wer mit einem in der Karfreitagnacht geschnittenen Kreuzdornstock geht, dem begegnet kein Gespenst.
Die Hexe fängt zu zittern an, wenn man ihr ein Stück Kreuzdorn vorhält.
In Grimmen (Stralsund) sollten einmal zwei Hexen gleichzeitig verbrannt werden. Die eine wurde vom Feuer nicht ergriffen. Da kam ein Mann mit einem Kreuzdornstock, mit dem stieß er der Hexe eine schwarze Mütze, die man ihr gelassen hatte, vom Kopf, und augenblicklich verbrannte die Hexe.
Mit einem Kreuzdornstock kann man Hexen oder Zwerge schlagen.
Um Plauten (Königsberg) fand in festo S. Petri Martyris (29. April) eine Weihe der Kreuzdornzweige statt. Sie sollen gegen Blitz schützen, auch legt man sie auf die Türschwelle, um Hagel abzuwenden. Vor der Ernte legt man dir Zweige auf die Türschwelle. Damit die Hexe nicht die Butter verhexen kann, macht man den Butterstab aus dem Holz des Kreuzdorns.
Heilzauber:
Aus Schleswig-Holstein ist die Praktik überliefert, dass wer an Flechten leidet, den kranken Körperteil durch einen Kreuzdorn zieht und dabei einen Zauberspruch aufsagt. Allerdings steht der überlieferte Name Wiepeldorn meist für die Hagebutte.
Eine Hebamme soll stets Kreuzdorn bei sich führen, denn wenn die Geburt nicht leicht von statten gehen will, muß sie zu deren Beförderung vor der betreffenden Stelle dreimal mit dem Holz ein Kreuz schlagen.
Er soll gegen Zahnweh schützen (Quedlinburg).
Glück und Reichtum:
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