🌳🪶 die Vogelkirsche 🪶🌳
(Prunus avium)
Die Vogelkirsche hebt sich im Frühling durch ihre schneeweissen Blüten eindrücklich vom übrigen Wald ab. Die Stammart unserer Süsskirsche hat wertvolles Holz und bietet Bienen und Vögeln üppige Nahrung.
Die Mutter aller Süsskirschen begleitet die Menschen seit Jahrtausenden. Die Vogelkirsche ist auch unter den Namen Wild- oder Waldkirsche bekannt und gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Weltweit gibt es mehr als 430 Prunus-Arten. Die bei uns bekanntesten sind:
die Sauerkirsche oder Weichsel (Prunus cerasus)
die Zwergweichsel (Prunus fructicosa)
die Felsenkirsche oder Steinweichsel (Prunus mahaleb)
die Gemeine Traubenkirsche oder Ahlkirsche (Prunus padus)
der Schwarz- oder Schlehdorn (Prunus spinosa)
Mit Ausnahme des hohen Nordens und Nordostens ist die Vogelkirsche in ganz Europa sowie in Kleinasien und im Kaukasus anzutreffen.
Steckbrief
Die Vogelkirsche wird je nach Standort 20 – 30 m hoch und etwa 100 Jahre alt. Auf den vollholzigen, meist durchgehenden Stamm folgt eine meist unregelmässige, locker belaubte Krone mit stark verzweigten, aufwärtsgerichteten Ästen. Die hellgraue bis graubraune Rinde ist glänzend und mit rostfarbenen quer gestellten sogenannten Lentizellen versehen. Im Alter wird die Rinde schwärzlichgrau und längsrissig.
Die grob gezähnten, länglich oval zugespitzten Blätter sind etwa 7 – 14 cm lang und 4 – 8 cm breit. Am oberen Ende des 2 – 5 cm langen Blattstiels befinden sich zwei rötliche Nektardrüsen, welche gerne von Ameisen besucht und genutzt werden. Die im April bis Mai austreibenden Blüten sind zu je 2 bis 4 (selten bis 6) in Dolden angeordnet.
Die kugeligen, etwas mehr als erbsengrossen Früchte wachsen an langen Stielen. Die vorerst roten, später schwärzlich glänzenden Kirschen schmecken meist bittersüss. Im Winter sind die Zweige mit spiralig angeordneten, braun glänzenden uns spitzig-eiförmigen Knospen versehen.
Die schnellwüchsige, lichtbedürftige Vogelkirsche ist eine wichtige Baumart für die Wertholzproduktion. Allerdings erfordert die in Mischwäldern häufig vorkommende Vogelkirsche eine intensive Pflege. Ihre Krone darf von den anderen Mischbaumarten, wie beispielsweise Bergahorn, Esche, Linde und Buche, nicht eingeengt oder unterdrückt werden. Weil abgestorbene Äste nicht durch die natürliche Astreinigung abfallen, muss man zur Erzeugung von hochwertigem Stammholz tote Äste möglichst frühzeitig entfernen.
Die ökologische Bedeutung dieser Baumart liegt vor allem in seiner frühen und reichen Blütenpracht. Als Bienenpflanze ist sie deshalb bei den Imkern sehr beliebt. Im Spätsommer bevorzugen Vögel die schnabelgerechte Form der Früchte und tragen damit zur Verbreitung des Kirschbaumes bei. Auch zieht der Kirschenduft viele Insekten an. Im Herbst bereichern die leuchtend roten Blätter das Landschaftsbild. Und zu guter Letzt baut sich die Kirschbaumstreu rasch ab und begünstigt damit den Aufbau der Humusschicht des Waldbodens.
Das Holz und dessen Verwendung
Das rötlich bis gelbbraune, mit deutlichen Jahrringgrenzen versehene Kernholz hatte schon immer einen besonderen Status unter den Edellaubhölzern. Als Ausstattungsholz ist es sehr dekorativ, aber teuer. Bereits während der Barockzeit waren Möbel mit dem unvergleichlichen, warmen Farbton des Kirschbaumes äusserst beliebt. Heute ist hochwertiges Kirschbaumholz als Massiv- und Furnierholz gesucht, beispielsweise im anspruchsvollen Innenausbau bei Türen, Parkettböden, Vertäfelungen, aber auch beim Instrumentenbau, bei der Drechslerei und der Schnitzerei.
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