Ein Nachrichtendienst ist dem Namen nach ein Dienst, der Nachrichten beschafft. Er sieht hin, sammelt, ordnet, legt vor. Entschieden und gehandelt wird an anderer Stelle. Diese Arbeitsteilung ist der eigentliche Sinn der Einrichtung: Wer erkennt, soll nicht zugleich vollziehen.
Die Reform, die gerade im Bundestag liegt, gibt dem Dienst Befugnisse zum Eingreifen. Er bleibt formal aufklärend und darf bei einer unmittelbaren Gefahr selbst handeln: Daten löschen, Lieferungen manipulieren, in fremde Anlagen eindringen, Produktion sabotieren, Server abschalten. Es gibt Voraussetzungen dafür und eine Kontrollinstanz. Und es gibt eine Grenze, die ausdrücklich benannt wird, nämlich dass nicht getötet werden darf.
Bei diesem letzten Satz halte ich immer an. Eine Grenze wird dann ausgesprochen, wenn sie eine Rolle spielt. Dass man beim Sammeln von Nachrichten nicht tötet, musste jahrzehntelang niemand aufschreiben. Wo es nun aufgeschrieben wird, kann man ablesen, wie weit alles darunter schon gewandert ist.
Das Muster kenne ich aus vielen Feldern und es hat nichts mit Absichten zu tun. Eine Fähigkeit, die einmal vorhanden ist, findet ihre Anwendungen. Erst ist es der Ausnahmefall, dann das Verfahren.
Wer verstehen will, wo eine Institution steht, liest ihre Verbote. Sie sind genauer als ihre Zwecke.
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Forwarded from alexander - Aufklärung und Bewusstsein
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