Immerhin lautet das Grundprinzip der Evolution „Vom Guten zum Besseren“, darum mustert sie automatisch alles aus, was diesem Prinzip nicht gehorchen kann. Im Falle des Homo sapiens liegt dem kein Mangel an Können, sondern ein Mangel am Wollen zugrunde, den man auch Dekadenz nennt. Dekadenz ist nämlich freiwillig. Verblödung übrigens auch. Und das Stadium fortgeschrittener Dekadenz einer Zivilisation ist wiederum am Maß ihrer Idiotie messbar. Wenn natürliche Intelligenz gesellschaftlich regressiv wird, braucht diese Gesellschaft eben künstliche. Die macht auch voll viel Spaß und so. Aber wer als einzigen Dopamin-Lieferant seines Daseins Kurzvideos im Zweisekundentakt, Frust-Shopping und Partnerbörse nutzt und wessen Aufmerksamkeitsspanne deshalb auf unter acht Sekunden geschrumpft ist – bei einem Goldfisch liegt sie übrigen bei 8,3 Sekunden –, der beweist Unfähigkeit zur mentalen Resilienz und hat ohnehin nicht bis hierher gelesen, sondern vielleicht schon nach dem vierten Satz mit „Das sehe ich aber anders!“ oder "Zu viel Text!" gekontert, weil Schachtelsätze nicht durch den Konsum von Tageszeitungen geübt werden. Und die Gefahr für eine Gesellschaft stellen niemals nur die Bösen, sondern ausnahmslos die Masse der Blöden dar.“
https://t.me/simonevoss
