Am 1. Oktober hat in Münster ein Militärbündnis den Westfälischen Friedenspreis erhalten. Der Preis erinnert an die Verträge von 1648, die den Dreißigjährigen Krieg beendeten. Die Laudatio hielt der Bundeskanzler, vor dem Rathaus wurde demonstriert.
Wie man das Bündnis bewertet, lasse ich hier beiseite. Mich beschäftigt seit Langem, was ein Preis eigentlich tut, und das wird erstaunlich selten gefragt.
Ein Preis ist eine Setzung. Er nimmt einen Namen, der eine lange Geschichte trägt, und legt ihn auf einen Empfänger. Danach stehen beide nebeneinander, in jeder Meldung und in jedem Archiv: das Wort Frieden und dieser Empfänger. Ob das zusammenpasst, muss niemand beweisen. Die Verbindung ist durch den Akt hergestellt, mit Urkunde und Rede.
In der Magie heißt so etwas Benennung, und Benennung bindet. Wer einem Vorgang einen Namen gibt, legt fest, wie man über ihn sprechen kann, bevor das erste Argument gefallen ist. Das Theater der Ehrungen arbeitet seit Jahrhunderten mit genau diesem Mittel.
Es lohnt sich darum, bei jeder feierlichen Verleihung zwei Dinge getrennt zu lesen: was geehrt wird, und welches Wort dafür ausgeliehen wurde.
Wer die Wörter verleiht, schreibt an der Erinnerung mit.
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Forwarded from alexander - Aufklärung und Bewusstsein