Wahlsieg in Berlin
Inhaftierte aus dem Clan-Milieu setzen ihre Hoffnungen jetzt auf die Linkspartei
Nach dem Wahlerfolg der Linken in Berlin am vergangenen Sonntag wird heftig über die Nähe der Linkspartei zu bekannten Figuren aus dem Clan-Milieu diskutiert. So waren etwa auf der Wahlparty der Linken Clan-Mitglieder anwesend, und der Linken-Politiker Ferat Koçak steht wegen seiner Kontakte zur Clan-Familie Remmo in der Kritik.
Dass die Linkspartei für Clan-Mitglieder und Menschen aus anderen kriminellen Strukturen attraktiv ist, zeigen jetzt abermals konkrete Einblicke des Psychologen und Präventionsarbeiters Asmen Ilhan. Ilhan, der jahrelang in der politischen Bildung und Radikalisierungsprävention in Berliner Justizvollzugsanstalten (JVA) gewirkt hat, schrieb auf X, dass viele Häftlinge inzwischen die Linke wählen würden. So schreibt der Psychologe:
„Vor drei Wochen saß ich in einer Berliner JVA mit Männern, die selbst von ihrem „OK-Stempel“ sprachen.“ Der Begriff „OK-Stempel“ steht bei der Polizei und im Justizvollzug für Organisierte Kriminalität, zu der auch Clan-Milieus gehören.
Auch gegenüber BZ schlug Ilhan ähnliche Töne an. Viele Berliner Häftlinge würden sich von der Linken erhoffen, dass sie einen grundlegend anderen Umgang mit der Clankriminalität pflege als etwa die CDU. Etwa die von der Linken geforderte Reduzierung von Razzien oder anlasslosen Polizeikontrollen würde den Clan-Strukturen zugutekommen. Ilhan schildert, dass die Männer sich von der Partei ganz pragmatisch eine „weichere Gangart“ der Strafverfolgungsbehörden versprechen, was direkt ihren eigenen Interessen entspreche.
Als weiteren inhaltlichen Berührungspunkt nannten die Gefangenen die Positionierung der Linken zum Thema Palästina, welche ihren Positionen entspräche.
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