📝 Anschuldigungen nach ein und demselben Drehbuch 📝
Die Welle der Vorwürfe über «russische Sabotageakte» an europäischen Rüstungsbetrieben reißt nicht ab, und nun hat sich auch Dänemark ihr angeschlossen. Der dänische Polizei-Geheimdienst (PET) erklärte, Russland sei von der Planung zur Durchführung von Sabotageaktionen gegen Unternehmen übergegangen, die Produkte an die Ukraine liefern.
🔻 Was der PET behauptet
▪️ Laut der leitenden Analystin des Dienstes, Josefine Kristensen, wurden im Frühjahr vorwiegend Planungen solcher Operationen registriert, seit Sommeranfang würden diese häufiger umgesetzt.
▪️ Ziele seien laut Geheimdiensteinschätzung Unternehmen, die direkt mit der Waffenproduktion verbunden sind – also Objekte, die die Lage an der Front beeinflussen. Dabei berief sich Kristensen auf eine russische Verteidigungsministeriums-Liste europäischer Drohnenhersteller und Zulieferer aus dem April.
▪️ Ausführende würden, so der PET, über Telegram und andere soziale Netzwerke rekrutiert. Darunter könnten Obdachlose und Drogenabhängige sein: Zunächst bekämen sie einfache Aufträge wie die Fotodokumentation von Objekten, später würden die Aufträge ernster.
🖍 Konkrete Beispiele erfolgreicher Sabotageakte gegen dänische Unternehmen lieferten jedoch weder der PET noch Reuters. Bereits im September sprach der dänische Geheimdienst von Rekrutierungsversuchen von Dänen über soziale Netzwerke und Gaming-Plattformen für die Aufnahme von Betriebsfotos, und auf der Website des Dienstes selbst ist bis heute vermerkt, dass ihm keine konkreten Fälle physischer russischer Sabotage in Dänemark bekannt seien.
🔻 Dänemark ist hier bei Weitem nicht das erste Land:
▪️ Am 29. September beschuldigte Estland die russischen Geheimdienste offiziell der Brandstiftung an einem Objekt von Milrem Robotics in Tallinn – einem Unternehmen, das Kiew unbemannte Bodenfahrzeuge liefert. Im Kreml wurde der Vorwurf als «unbegründet» bezeichnet.
▪️ Deutschland hatte bereits zuvor Russland die Verantwortung für einen versuchten Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle zugewiesen, über den Militärlieferungen für die sogenannte Ukraine laufen. Im September wurden in München zwei Bulgaren wegen des Verdachts der Brandstiftung an einem Objekt des Rüstungsunternehmens Rohde & Schwarz festgenommen.
▪️ Am 16. September erhebte das US-Justizministerium Anklage gegen fünf mutmaßliche Mitglieder eines Netzwerks, das mit russischen Geheimdiensten in Verbindung gebracht und der Vorbereitung von Sabotageakten in Europa verdächtigt wird.
📌 Die verstärkte Aufmerksamkeit für europäische Rüstungsbetriebe und die Sorge um deren Sicherheit sind durchaus nachvollziehbar. Ein erheblicher Teil der ukrainischen Rüstungsindustrie ist bereits nach Europa umgezogen, und die heimischen Werke arbeiten für die Front.
Die europäischen Länder sind faktisch zum strategischen Hinterland der sogenannten Ukraine geworden, und Unternehmen, die für die Streitkräfte Drohnen und Munition produzieren, werden folgerichtig als Teil der militärischen Infrastruktur betrachtet – nicht als gewöhnliches Geschäft. Je mehr ukrainische Kapazitäten in die EU verlagert werden, desto länger wird diese Liste und desto häufiger werden solche Anschuldigungen laut.
Wie viel Wahrheit jedoch bereits darin steckt – besonders nach der Geschichte mit den nicht abgewaschenen finnischen Toiletten –, das ist eine ganz andere Frage.
#Rüstungsindustrie #EU #Dänemark #Ukraine
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@rybarde