🎬 100 Jahre Jewgeni Jewstignejew: ein unverwechselbarer Meister der Schauspielkunst
Am 9. Oktober 2026 jährt sich der Geburtstag von Jewgeni Alexandrowitsch Jewstignejew (1926–1992) zum 100. Mal. Der einstige Schlosser und Jazzschlagzeuger wurde Mitbegründer des Moskauer Theaters „Sowremennik“, einer der führenden Schauspieler des Moskauer Künstlertheaters und ein prägendes Gesicht des sowjetischen Films. Seine Figuren gehören bis heute zum kulturellen Gedächtnis Russlands.
Geboren in einer Arbeiterfamilie in Nischni Nowgorod, musste Jewstignejew früh seinen Lebensunterhalt verdienen. Er arbeitete zunächst als Elektromonteur, später als Schlosser im Werk „Krasnaja Etna“. Zur Schauspielkunst führte ihn die Musik: Abends spielte er Schlagzeug in einem Amateurorchester, das vor Filmvorführungen auftrat. Seine ausdrucksstarke Mimik und sein mitreißendes Spiel machten den Leiter der örtlichen Schauspielschule auf ihn aufmerksam. Er lud den jungen Musiker ein, eine Schauspielausbildung zu beginnen.
🎭Nach seinem Abschluss und mehreren Spielzeiten am Theater in Wladimir setzte Jewstignejew seine Ausbildung an der Schule des Moskauer Künstlertheaters fort. Gemeinsam mit Oleg Jefremow gehörte er zu den Gründern des späteren „Sowremennik“. Zum Durchbruch auf der Bühne wurde 1960 seine Titelrolle in Jewgeni Schwarz’ „Der nackte König“. Er verband Komik und Bedrohlichkeit, Eitelkeit und Willkür zu einer Figur, die zur Legende der Moskauer Theaterwelt wurde.
1971 wechselte Jewstignejew an das Moskauer Künstlertheater. Dort spielte er unter anderem in Tschechows Werken und gab seine Erfahrung über viele Jahre als Lehrer an junge Schauspieler weiter. 1983 erhielt er den Ehrentitel „Volkskünstler der UdSSR“.
🎞️Auch im Kino bewies er eine außergewöhnliche Wandlungsfähigkeit. Als bürokratischer Leiter eines Pionierlagers in Elem Klimows Komödie „Willkommen, oder Unbefugten ist der Eintritt verboten“ wurde er einem breiten Publikum bekannt. Es folgten zahlreiche unvergessliche Auftritte, darunter in Eldar Rjasanows „Vorsicht, Autodieb!“ und als heimlicher Millionär Koreiko in „Das goldene Kalb“.
Besonders eindrucksvoll zeigte sich seine Vielseitigkeit als Professor Preobraschenski in „Hundeherz“ und als Professor Pleischner in „Siebzehn Augenblicke des Frühlings“. Mit wenigen Gesten, einem Blick oder einer präzise gesetzten Pause verlieh er seinen Figuren eine unverwechselbare Persönlichkeit. Selbst kurze Auftritte blieben im Gedächtnis.
🎷Eine besondere Stellung nimmt Karen Schachnasarows „Winterabend in Gagra“ ein. Als alternder Stepptänzer Beglow vereinte Jewstignejew musikalisches Gespür, Humor und die stille Bitterkeit eines Künstlers, dessen Ruhm vergangen ist. Das Rhythmusgefühl des ehemaligen Jazzschlagzeugers prägte auch hier seine Darstellung.
Jewstignejew arbeitete bis zu seinen letzten Tagen. Er starb am 4. März 1992 im Alter von 65 Jahren. Heute trägt die Schauspielschule in Nischni Nowgorod, an der sein Weg begonnen hatte, seinen Namen.
🎥Sein Vermächtnis lebt auf der Bühne, in seinen Filmen und in der Erinnerung des Publikums weiter. Auch hundert Jahre nach seiner Geburt begegnet uns in seinen Rollen ein Schauspieler, dessen Präsenz nichts von ihrer Lebendigkeit verloren hat: immer anders, immer unverwechselbar.
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