🕊 Zur Situation der Friedensbewegung: Interview mit einem Hamburger Friedensaktivisten!
✍ Hallo Oliver,
wir freuen uns dich persönlich interviewen zu dürfen. Bitte Stelle dich kurz vor.
Ich heiße Oliver, bin 51 Jahre alt, komme aus Hamburg und bin vom Beruf her Rettungssanitäter. Aufgrund der Staatsräson habe ich allerdings wegen einer Rede am Hamburger Jungfernstieg meinen Job verloren und erhalte trotz dessen seit Juni auch weder Geld vom Arbeitsamt oder Jobcenter.
Das klingt unglaublich. Wie lange engagierst du dich denn schon in der Friedensbewegung in Hamburg?
Richtig aktiv geworden bin ich erst dieses Jahr in der Friedensbewegung über die ,,global Sumud Flotte", wo ich anfangs auch die spontanen Demos organisierte. Zudem habe ich die ,,GSF" damit in Hamburg nach vorne gebracht. Zuvor war ich eigentlich vor allem mehr im Hintergrund, also war eher zuständig für die Pressearbeit.
Was war der Auslöser für dich politisch aktiv zu werden?
Mein hauptsächlicher Grund war der Austritt aus der SPD, weil sich die SPD nicht mehr an ihre frühere Friedenspolitik, die sie früher einmal praktizierte, verbunden fühlt. Deswegen engagierte ich mich schon vorher politisch, da ich mich eigentlich immer für Palästina eingesetzt habe. Darum bin immer angeeckt. Das Thema war hier nach dem 7. Oktober ein gesellschaftliches Tabu, obwohl das Vorgehen der IDF in Palästina ein Völkermord ist. Und dies wollte und konnte ich aus persönlichen Gewissensgründen nicht mehr länger ertragen. Alleine seit dem 7. Oktober sind über 100.000 Zivilisten in Gaza ermordet worden, worunter 20.000 Kinder unter den Opfern zu beklagen sind. Dabei sind dies nur Schätzungen. Es geschieht in Gaza ein Völkermord, was bedeutet, dass wir uns dagegen wehren müssen, denn ,,nie wieder" heißt auch ,,nie wieder" — weltweit!
Was möchtest du konkret in der Weltpolitik verändern?
Ich möchte mit meinem politischen Aktivismus zur Anerkennung von Palästina als eigenem Staat sowie zu einem Ende des Genozids beitragen. Auch Palästinenser haben Menschenrechte!
Du sprachst vorhin von persönlichen Repressalien gegen dich aufgrund deines politischen Engagements. Wie sehen diese aus?
Ich persönlich wurde angezeigt, es folgte eine Hausdurchsuchung und alle Kommunikationsgeräte wie Handys Laptops und PCs wurden daraufhin beschlagnahmt. Dies hat mich motiviert noch lauter in der Friedensbewegung zu werden, damit diese Willkür nicht erfolgreich ist. Wir müssen unsere Stimme trotz aller Schikanen erheben!
Wie siehst du die weitere Entwicklung der Friedensbewegung in Hamburg? Befürchtest du weitere staatliche Angriffe auf Aktivisten?
Nachdem die Hamburger Bürgerschaft die Befugnisse des Verfassungsschutzes radikal erweitert hat, wonach dieser zukünftig sogar über Existenzen im öffentlichen Dienst richten darf, befürchte ich schlimmstes.
🤝 Oliver, vielen Dank für das Gespräch. Wir wünschen dir viel Erfolg und werden den Weg der Friedensbewegung in Hamburg auch weiterhin aufmerksam begleiten.
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