CD-Besprechung
Faust - Neuland
Neuauflage von: www.germaniaversand.de
Damals, als die NPD noch in zwei Landtagen saß und der Neger auf dem Fahrrad noch kein Präsident war, führten wir seinerzeit unser erstes Interview mit den Band Faust (benannt nach Goethes "Faust"). Allerdings hieß Rock Hate damals noch nicht Rock Hate, sondern irgendwas mit Widerstand Dingenskirchen.
Ein Labelbetreiber meinte zu jener Zeit zu mir, man könne Faust nicht für Konzerte buchen, da sie nicht politisch genug wären. Diese Einschätzung teile ich gar nicht. Klar, die Band war von Anfang an auf einen ganz eigenen Stil bedacht, sowohl textlich, als auch musikalisch. Aber politisch sind sie trotzdem, nur eben auf eine andere Art. Ich habe früher immer gesagt, wer Faust hat braucht keine Onkelz mehr. Von Hintergrundmächten, verlogener Politik, Trauer, Erinnerungen, Freundschaften, Kriegsgeschichten und Zukunftsvisionen ist eigentlich alles dabei. Das vorliegende Album erschien 2006 und wurde 2016 nochmal neu aufgelegt.
Ich hab mir mal drei Lieder rausgesucht:
"Neuland"
Schon immer eines meiner Lieblingslieder von Faust. Man träumt von einem anderem, einem neuen Land. Ohne Dekadenz, Selbsthass, Konsumgeilheit und Überfremdung. Dabei werden die Zustände an Berliner Schulen erwähnt. Damals gab es die Schlagzeilen über die Rütli-Schule, wo die Überfremdung bereits eskaliert ist. Und schon damals warnte die Band vor Zuständen, die man heute überall im Land findet.
"Wann werden wir uns wieder sehen"
Eine Rockballade über den Schmerz und die Trauer über den Tod eines geliebten Menschen. Sehr emotional. Geht richtig unter die Haut.
"Nur die Gedanken sind frei"
Der Name ist Programm. Es gibt nicht wenig Meinungsfreiheit, es gibt sie gar nicht mehr. Das System ist roter als Rot. Treffender kann man es nicht beschreiben.
Von der Grafik her gibt es nichts zu meckern. Schönes Digipack mit allen Texten und Bandfoto in der Heftmitte. Das Abendrot auf dem Cover zieht sich durch das ganze Beiheft. Sehr gut👍
Fazit: Kein Rechtsrock wie vieles andere. Sticht aus der Masse heraus und das schon seit 20 Jahren.
Ab Sonntag auch bei uns im Radio: www.rock-hate.de
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