Wenn Wissenschaft zur Religion wird: MWGFD-Vorstandsvorsitzender Harald Walach über den Transhumanismus.
https://www.youtube.com/watch?v=rXpqetLGF-4
In seinem neuen Buch "Transhumanismus - Welche Zukunft wollen wir?" seziert der Psychologe und Philosoph eine Bewegung mit einem simplen Versprechen: Wir nehmen die Evolution selbst in die Hand. Krankheit, Dummheit, Alter, Tod – alles nur technische Defekte, die sich wegoptimieren lassen. Der Mensch als reparierbarer Apparat, der Geist als Datei für die Cloud.
Walachs Diagnose ist unbequem: Das ist keine Wissenschaft, das ist eine materialistische Ersatzreligion. Ihre Erlösung heißt nicht Himmel, sondern ewiges Leben auf Erden – für die, die es sich leisten können. Ihr Credo: "Gott ist tot, wir sind Gott." Ihre Hoffnung: die mittelalterliche "sichere Erwartung künftiger Herrlichkeit", nur materialistisch umgegossen.
Der Kern seiner Analyse: Es gibt ein Kontinuum von Therapie über Enhancement bis zur Disruption. Was ich heilen kann, kann ich "verbessern" – und was ich verbessern kann, kann ich auch abschalten. Die Gehirn-Computer-Schnittstelle für den Epileptiker ist die Blaupause für den ferngesteuerten Menschen. Die Frage ist nie "Was können wir?", sondern "Was sollen wir?" – und genau die kann eine rein materialistische Weltsicht nicht mehr beantworten.
Walach liest die mRNA-Injektionen als ersten großen Schritt in eine transhumanistisch inspirierte Kultur. Kein Geheimtreffen von fünf Transhumanisten, sondern eine Ideologie, flankiert von Milliardärsgeld, Angstkommunikation und willfährigen Presseabteilungen, die erstmals rund 70 % einer Bevölkerung dazu brachte, ein gentherapeutisches Produkt zu akzeptieren. Bill Gates am Ostersonntag 2020 zur besten Sendezeit: der Gestus des Predigers, nicht des Forschers.
Und der Tod? Für Transhumanisten die ultimative Katastrophe. Für Walach die Erfüllung des Lebens. Nur die Endlichkeit macht meine Entscheidungen wertvoll. Wer ewig lebt, für den wird alles beliebig – und wir landen bei einer Gerontokratie der Unsterblichen, die den Jungen irgendwann das Kinderkriegen verbieten muss.
Sein Gegengift ist bemerkenswert schlicht: eigene spirituelle Praxis. Jeden Tag eine halbe Stunde nichts tun. Wer ganzheitlich in der Welt steht, ist für Machbarkeitsideologien schwerer zu ködern.
Ein Gespräch, das die richtige Frage stellt – nicht was machbar ist, sondern was wir wollen sollten.
Harald Walach: "Transhumanismus. Welche Zukunft wollen wir?"
https://discorso.ch/products/harald-walach-transhumanismus-welche-zukunft-wollen-wir
Post #52333
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Forwarded from MWGFD - Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Freiheit und Demokratie e.V.
YouTube Prof. Dr. Dr. Harald Walach: Transhumanismus - Welche Zukunft wollen wir? Transhumanismus und Religion - lässt sich dies vergleichen? In der neuesten Folge von Discorso sprach der Schweizer Journalist Urs Ellenberger mit Prof. Dr. Dr. Harald Walach über dessen brandneues Buch „Transhumanismus. Welche Zukunft wollen wir?“. Prof.…