Schönen guten Morgen, liebe Freunde! ☕️🙂
🌿 Diwejewo: Warum wurde rund um das Kloster ein fast kilometerlanger Graben angelegt?
Freunde, heute reisen wir in die Oblast Nischni Nowgorod an einen Ort, der in der orthodoxen Tradition als eines der besonderen Heiligtümer der Gottesmutter verehrt wird. Seit dem 19. Jahrhundert verläuft rund um einen Teil des Klosters ein ungewöhnliches Bauwerk – keine Festungsmauer und kein steinerner Zaun, sondern ein Erdgraben.
Willkommen im Serafimo-Diwejewski-Kloster mit seiner berühmten Heiligen Furche (Kanawka)
📜 Der Anfang: Die Gemeinschaft von Agafja Melgunowa
Die Geschichte Diwejewos beginnt im 18. Jahrhundert. Agafja Semjonowna Melgunowa, die spätere Nonne Alexandra, ließ sich in Diwejewo nieder und gründete hier eine kleine Frauengemeinschaft.
Ihr geistliches Leben war eng mit dem nahe gelegenen Sarower Kloster verbunden. Nach dem Tod von Mutter Alexandra spielte der spätere Heilige Serafim von Sarow eine immer wichtigere Rolle im Leben der Gemeinschaft.
✨ Serafim von Sarow und der Weg der Gottesmutter
Im frühen 19. Jahrhundert entstand das ungewöhnlichste Wahrzeichen Diwejewos. Nach der Überlieferung des Klosters wies Serafim von Sarow die Schwestern an, rund um die Gemeinschaft einen Graben mit einem Erdwall anzulegen.
Dieser sollte keine militärische Funktion erfüllen. In der klösterlichen Tradition galt die Linie als „Weg der Gottesmutter” und als geistliche Grenze der Gemeinschaft.
Die Arbeiten begannen Ende der 1820er Jahre. Einer Überlieferung zufolge griff Serafim sogar selbst zur Schaufel, um den Anfang zu machen.
Danach setzten die Schwestern die schwere Arbeit fort. Sie gruben im Sommer wie im Winter, bis die Kanawka Anfang der 1830er Jahre vollendet war.
📏 Graben statt Festungsmauer
Nach der Überlieferung sollte der Graben drei Arschin tief und drei Arschin breit sein, was jeweils etwas mehr als zwei Meter entspricht. Die ausgehobene Erde wurde auf der Innenseite aufgeschüttet und bildete so einen zusätzlichen Wall.
Heute ist die historische Linie der Heiligen Kanawka etwa 775 Meter lang. Entlang dieser Strecke pilgern bis heute Menschen.
Damit besitzt Diwejewo eine außergewöhnliche symbolische Grenze: keine Mauer aus Stein, sondern einen von den Schwestern des Klosters von Hand ausgehobenen Erdgraben.
🏛️ Der Klosterkomplex
Im Zentrum des Ensembles steht die monumentale Dreifaltigkeitskathedrale, die im 19. Jahrhundert nach einem Entwurf des Architekten Alexander Resanow errichtet wurde. Heute befinden sich dort die Reliquien des Heiligen Serafim von Sarow.
Daneben erhebt sich die Verklärungskathedrale aus dem frühen 20. Jahrhundert sowie der rund 70 Meter hohe Glockenturm.
Noch älter ist die Kasaner Kirche aus dem 18. Jahrhundert. In ihrer Nähe entstand einst jene kleine Frauengemeinschaft, aus der sich später der große Klosterkomplex entwickelte.
🔥 Schließung und Wiederaufbau
Im September 1927 wurde das Kloster geschlossen. Seine Gebäude erhielten andere Funktionen, während Teile des Walls abgetragen und Abschnitte der Kanawka zugeschüttet wurden.
Die Wiederbelebung des religiösen Lebens begann Ende der 1980er Jahre. Im Jahr 1991 wurde das Kloster offiziell wiedererrichtet.
In den folgenden Jahren wurde auch die historische Kanawka wiederhergestellt. Heute führt der Weg erneut entlang der Linie, die die Schwestern des Klosters vor fast zwei Jahrhunderten mit einfachen Werkzeugen in die Erde gruben.
So erinnert Diwejewo nicht nur durch seine großen Kathedralen an seine Geschichte. Eines seiner wichtigsten Wahrzeichen ist etwas viel Schlichteres: ein Erdgraben, der zu einem der bekanntesten Pilgerwege der russischen Orthodoxie wurde.
Geben Sie ein ❤️, wenn es Ihnen gefallen hat!
📍 Die Koordinaten des Ortes: hier verfügbar
💥 Unser Kanal: Node of Time DE
💥 Unsere Website: nodeoftime.com
Post #44961
1.52K










- ❤ 26
- 👍 9
- 🔥 1