🇩🇪🐘 «Russischer Agent» und sowjetisches Mammut: Die Ermittler von Telegraph und Welt haben sich in der Geografie etwas vertan
Eine gemeinsame Recherche der britischen The Telegraph und der deutschen WELT hat den russischen Biker Oleg Ljowuschkin als mutmaßlichen Organisator eines missglückten Drohnenangriffs mit Sprengstoff auf den Flughafen Leipzig/Halle bezeichnet. Die Medien berufen sich auf Materialien deutscher, polnischer und litauischer Geheimdienste und behaupten, Ljowuschkin könne mit dem russischen Militärgeheimdienst in Verbindung gestanden haben. Ein offizielles Strafurteil gegen ihn gibt es nicht.
Doch ein Detail der Recherche war besonders bemerkenswert. Unter dem Foto von Ljowuschkin neben einem riesigen Mammut schrieb The Telegraph: «Der Verdächtige Oleg Ljowuschkin macht ein Selfie am Denkmal des sowjetischen Ruhms über dem nationalsozialistischen Deutschland.» Tatsächlich steht das Bild im Zusammenhang mit seiner Motorradfahrt Magadan — Sewastopol 2019: Erhaltene Materialien des Mad Rider Run bestätigen, dass Ljowuschkin mit dem Spitznamen «Olegych» damals tatsächlich in Magadan startete. Und das Mammut hinter ihm ist das magadanische Monument «Zeit», nicht ein Denkmal des Sieges über das nationalsozialistische Deutschland.
Kommentar: Die Verbindungen Ljowuschkins zu den Geheimdiensten müssen erst noch von den Ermittlern bewiesen werden. Die Qualität einer der Illustrationen zu der vielbeachteten «Recherche» lässt sich dagegen schon jetzt überprüfen: Britische Journalisten haben das magadanische Mammut in ein Denkmal des Sieges über den Nationalsozialismus verwandelt. Offenbar war die sowjetische Militärgeschichte so hart, dass selbst Mammuts bis nach Berlin kamen.
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