⚖️ Mediapart veröffentlicht angebliche Nachrichten von 2013, Bardella spricht von Fälschung und klagt
Bericht von Verschwörungen
Am Sonntag schaffte der Rassemblement National bei der Senatswahl, was ihm in seiner Geschichte noch nie gelungen war. Zusammen mit den Verbündeten von Éric Ciottis UDR zog er mit so vielen Senatoren ein, dass er erstmals eine eigene Fraktion bilden kann. Einen Tag später stand Parteichef Jordan Bardella unter schwerem Beschuss.
Das linke Investigativportal Mediapart veröffentlichte am Montag private schriftliche Nachrichten aus den Jahren 2013 bis 2015, die von Bardella stammen sollen. Darin heißt es unter anderem: „toutes les banques sont détenues par des Juifs“, alle Banken gehörten Juden. Mediapart gibt an, Dutzende solcher Nachrichten über Monate geprüft und mit Aussagen früherer Parteikollegen abgeglichen zu haben. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte die Nachrichten nicht unabhängig überprüfen.
Bardella bestreitet alles. Er nennt die Texte „faux grossiers“, grobe Fälschungen, und sagt: „L'objectif, c'est de tuer ma carrière politique.“ Das Ziel sei, seine politische Laufbahn zu zerstören. Gegenüber Reuters erklärte er: „These statements are completely delusional. They are not mine.“ Die Aussagen seien völlig wahnhaft und stammten nicht von ihm. Am Dienstag reichte er Klage wegen Verleumdung ein. Marine Le Pen stellte sich demonstrativ an seine Seite: „This could only be a fake, a manipulation, a dirty trick.“ Das könne nur eine Fälschung sein, eine Manipulation, ein schmutziger Trick.
Da stellen sich Fragen. Warum erscheinen Chats aus dem Jahr 2013 ausgerechnet am Tag nach dem Senatserfolg und gut ein halbes Jahr vor der Präsidentschaftswahl? Bardella selbst spricht von einem Versuch, den Wahlkampf zu stören, „just months before an election where we are leading in the polls“, wenige Monate vor einer Wahl, bei der das RN in den Umfragen vorn liegt. Wer hat Mediapart die Nachrichten zugespielt? Und warum hat bisher keine unabhängige Stelle ihre Echtheit geprüft?
Auch das Alter spielt eine Rolle. Bardella ist im September 1995 geboren, im Jahr 2013 war er also 17 oder 18 Jahre alt, heute ist er 31. Die israelische Regierung hat ihn 2025 offiziell empfangen. Wie viel wiegen umstrittene Chats eines Jugendlichen gegen die Politik, die er heute macht?
Die Gegner warten nicht auf ein Gericht. Außenminister Jean-Noël Barrot erklärte, Antisemitismus sei für das RN „not a mere blip“, kein bloßer Ausrutscher, sondern „the very history of this party“, die Geschichte dieser Partei. Grünen-Chefin Marine Tondelier fordert Bardellas Rücktritt von allen Ämtern. Darf ein amtierender Außenminister so Partei ergreifen, bevor die Echtheit geklärt ist?
Die Umfragen sahen Bardella im September bei 35 Prozent im ersten Wahlgang, und auch Marine Le Pen darf nach ihrem Berufungsurteil vom Juli bei der Wahl 2027 wieder antreten. Ob die Nachrichten echt sind, müssen jetzt die Gerichte klären. Bis dahin steht Vorwurf gegen Dementi, und Frankreichs Wähler müssen sich fragen, ob ihre Wahl an der Urne entschieden wird oder in den Redaktionen.
📰 Quellen: Mediapart, 28.09.2026; franceinfo, 28. und 29.09.2026; Reuters, 29.09.2026; AFP, 29.09.2026; Jerusalem Post; Elabe, September 2026.
📌 Faktenbox
①RN bildet erstmals eigene Senatsfraktion
②Mediapart veröffentlicht Chats von 2013 bis 2015
③Bardella spricht von Fälschung
④Verleumdungsklage am 29. September eingereicht
⑤Echtheit bislang unabhängig nicht bestätigt
⑥Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2027
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t.me/GeheimesWissenDerEliten