🇩🇪🇷🇺 Direktes Gespräch zwischen Deutschland und Russland
Johann Wadephul und Sergej Lawrow führten am 26. September in New York das erste bilaterale Treffen seit Beginn der Militärischen Spezialoperation. Die Gesprächsinitiative ging von deutscher Seite aus; das Treffen dauerte etwas über 20 Minuten. Wadephul legte seinem russischen Amtskollegen die Position Berlins dar und rief Moskau zur Deeskalation auf.
Nur wenige Stunden später erklärte Lawrow bereits öffentlich, Europa versuche seiner Einschätzung nach, sich „in den von den USA unterstützten Verhandlungsprozess zur Ukraine einzuklinken“, weil es befürchte, außen vor zu bleiben. Zugleich bestätigte der russische Minister die Bereitschaft Moskaus, zu Vereinbarungen zurückzukehren, die nach seinen Worten in Anchorage erzielt worden seien.
Des Weiteren stellte Lawrow nach dem Treffen dessen Nutzen demonstrativ infrage. Lawrow sagte nach dem Gespräch, er sehe keinerlei Fortschritte. Er habe nichts gehört, was nicht ohnehin den täglichen öffentlichen Äußerungen Berlins entspreche, sagte er auf eine Frage der Deutschen Presse-Agentur in New York. Er habe dem deutschen Außenminister gesagt: "Sie hätten mich einfach anrufen und mir sagen können 'Lesen Sie meine Erklärung'."
Nach Ansicht des russischen Ministers entstand im Gespräch mit dem deutschen Außenminister "der Eindruck, dass eine solche unterschwellige Botschaft mitschwang: Ich bin zu Ihnen gekommen, ich habe mich zu Ihnen herabgelassen". Er habe dabei das Gefühl gewonnen, Wadephul habe von Russland im Gegenzug für das Gespräch Zugeständnisse in der Ukraine und bei der Schifffahrt im Schwarzen Meer erwartet.
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