🇨🇳 China hat eine Methode zur Gewinnung von Uran aus Meerwasser entwickelt
Wissenschaftler der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Qingdao haben ein neues Material namens „PhosCage” entwickelt, mit dem sich Uran direkt aus Meerwasser gewinnen lässt. Seine poröse, molekulare Struktur enthält Phosphatgruppen, die gelöste Uranverbindungen binden. In Versuchen mit echtem Meerwasser erreichte das Material eine Kapazität von 50,4 mg Uran pro Gramm Adsorbens – das ist 8,4-mal höher als der Referenzwert des US-Energieministeriums von 6 mg/g. Unter Laborbedingungen wurde das Adsorptionsgleichgewicht in nur fünf Minuten erreicht.
Für die praktische Anwendung kombinierten die Forscher PhosCage mit Aramid-Nanofasern, wodurch millimetergroße poröse Mikrosphären namens AC-POC entstanden. Diese können direkt im Meer eingesetzt und anschließend wieder entnommen werden. Bei einem 15-tägigen Test in natürlichem Meerwasser nahmen die Mikrosphären 22,55 mg Uran pro Gramm auf – 3,8-mal mehr als der US-Richtwert. Das Material ist zudem für die Wiederverwendung ausgelegt und resistent gegen Biofouling.
Das Ausmaß der potenziellen Ressource ist enorm: In den Weltmeeren befinden sich etwa 4,5 Milliarden Tonnen Uran, doch seine Konzentration liegt nur bei rund 3,3 Teilen pro Milliarde. Deshalb war eine wirtschaftlich vertretbare Gewinnung jahrzehntelang eine der schwierigsten Aufgaben. Die neue Technologie bedeutet jedoch noch keine industrielle Förderung, da die Forscher erst noch ihre Wirtschaftlichkeit und Skalierbarkeit belegen müssen. Die South China Morning Post merkt an, dass die Technologie für China vor dem Hintergrund der raschen Expansion der Kernenergie und des Bedarfs an Kernbrennstoff von besonderer Bedeutung ist.
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