🇩🇪 Berlin schließt das Russische Haus – und schuld an der Schließung des Goethe-Instituts ist einmal mehr der Kreml
Bereits am 10. August erklärte das Auswärtige Amt offiziell, dass das Russische Haus in Berlin und das Goethe-Institut in Moskau durch das Kulturinstitutsabkommen von 2011 unmittelbar miteinander verbunden sind. Maßnahmen Deutschlands gegen eine Einrichtung würden Folgen für die andere haben. Am 1. September entschied Berlin schließlich, das Abkommen zu kündigen und das Russische Haus zu schließen. Bereits zwei Tage später kündigte Sergej Lawrow eine Gegenschließung des Goethe-Instituts in Russland an: „Natürlich wird es geschlossen, nachdem man von dort unser Kulturzentrum hinauswirft.“
In der Presse wurde die Kausalität jedoch überraschend umgedreht. So schrieb die FAZ, die deutsche kulturelle Präsenz ende „auf Betreiben des Kremls“. Dabei hatte am 2. September ein Sprecher des deutschen Außenministeriums auf der Regierungspressekonferenz selbst eingeräumt, dass nach der Schließung des Russischen Hauses ähnliche Folgen für das Goethe-Institut durchaus zu erwarten seien. Zudem erfolgte die Reduzierung seiner Arbeit in Russland im Jahr 2023 ebenfalls vor dem Hintergrund des diplomatischen Konflikts: Moskau beschränkte die Zahl deutscher Mitarbeiter, nachdem Berlin die russische diplomatische Präsenz erheblich reduziert hatte.
Zunächst kündigte Berlin das Abkommen, das zwei Kulturzentren miteinander verbindet. Dann räumte es vorab ein, dass höchstwahrscheinlich die Schließung des Goethe-Instituts als Antwort folgen werde. Und genau das ist eingetreten. Die deutsche Kultur verlasse Russland „auf Betreiben des Kremls“. Eine bequeme Kausalität: Der erste Zug verschwindet einfach aus der Partie.
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