Schönen guten Morgen, liebe Freunde! ☕️🙂
🥚 Fabergé: Wie Schmuckeier zu einem Symbol einer ganzen Epoche wurden
Freunde, heute ist der Tag, an dem man das Schöne berühren möchte. Heute geht es nach St. Petersburg ins Fabergé-Museum. Wir erzählen aber nicht über das Museum selbst, sondern über die Dinge und Menschen, die dahinterstehen.
🐔 Das erste Ei: Wie alles begann
Im Jahr 1882 präsentierte Carl Fabergé auf der Allrussischen Ausstellung in Moskau eine Sammlung von Kopien antiker Schmuckstücke aus der Eremitage. Kaiserin Maria Fjodorowna kaufte bei ihm ein Paar goldene Manschettenknöpfe. So begann die Annäherung an den Zarenhof.
Im Jahr 1885 bestellte Alexander III. bei Fabergé ein Ostergeschenk für seine Gemahlin. Vorbild war das sogenannte Wilhelminen-Ei.
Fabergé schuf jedoch keine Kopie, sondern eine eigene Version. Die Schale bestand aus weißer Emaille, im Inneren befand sich ein goldenes Eigelb, darin ein goldenes Huhn und darin wiederum eine Diamantkrone und Rubinanhänger.
Die Kaiserin war begeistert. Der Auftrag wurde jährlich wiederholt – eine Tradition, die über 30 Jahre anhielt.
👑 „Krönungs-Ei“: Eine Kutsche, deren Fertigung eineinhalb Jahre dauerte
Eines der berühmtesten Eier ist das „Krönungs-Ei” aus dem Jahr 1897, das der Krönung von Nikolaus II. und Alexandra Fjodorowna gewidmet ist.
Im Inneren befindet sich eine Miniaturkopie der Krönungskutsche von 1793. Der junge Meister Georg Stein arbeitete 15 Monate lang, täglich 16 Stunden, an diesem Meisterwerk.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Kutsche rollt und federt, die Türen öffnen sich, Trittbretter fahren aus, die Fenster sind aus Bergkristall, die Polsterung aus Emaille und an den Ecken befinden sich goldene Doppeladler. Auf den Rädern sind Reifen aus Platin.
Stein arbeitete ohne Lupe. Später wurde diese Miniatur zur wertvollen Quelle bei der Restaurierung der echten Kutsche.
🚂 „Transsibirischer Express“: Ein Zug im Osterei
Im Jahr 1900 erschien das Osterei „Transsibirische Eisenbahn“, das dem Bau des Großen Sibirischen Weges gewidmet ist.
Im Inneren befindet sich ein zusammenklappbares, aufziehbares Zugmodell aus Gold und Platin. Es ist fast 40 cm lang und besteht aus einer Lokomotive und mehreren Waggons.
Und das alles in einem Osterei.
🛠️ Die Meister hinter den Wundern
An jedem Ei arbeitete ein ganzes Team. Dazu gehörten Michail Perchin („Krönungs-Ei”) und Henrik Wigström. Besonders hervorzuheben ist Alma Pihl, eine der wenigen Designerinnen der Firma. Ihr „Mosaik“-Ei aus dem Jahr 1914 wurde von einem Strickmuster inspiriert, das ihre Schwiegermutter am Kamin anfertigte.
In einige Eier wurden Uhren, Aufziehmechanismen und bewegliche Figuren eingebaut. In einem erschien stündlich ein goldener Hahn, der mit den Flügeln schlug.
📜 Wie die Schätze nach Russland zurückkehrten
Die Firma Fabergé schuf 52 kaiserliche Ostereier für die beiden letzten Zaren.
Nach der Revolution verstreute sich die Sammlung über die ganze Welt. Vier Eier gelten bis heute als verschollen.
Im Jahr 2004 erwarb der russische Unternehmer Wiktor Wekselberg neun kaiserliche Ostereier von der Familie des US-amerikanischen Magnaten Malcolm Forbes und brachte sie nach Russland zurück.
2013 wurde im restaurierten Naryschkin-Schuwalow-Palais in St. Petersburg das Fabergé-Museum eröffnet. Seine Basis bildet genau diese Sammlung von neun Eiern sowie eine der weltweit größten Fabergé-Sammlungen.
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