🇩🇪🇨🇳 „Die Lage ist mehr als kritisch“: Die deutsche Autoindustrie steckt zwischen zwei Fronten fest
Volkswagen-Chef Oliver Blume versucht nicht mehr, die Lage des größten Autokonzerns Europas schönzureden.
„Die Lage ist mehr als kritisch”, sagte er den Beschäftigten. Selbst nach einer Senkung der Fabrikkosten um rund 20 % ist die derzeitige Rendite von VW mit 3,8 % nicht ausreichend, um neue Technologien, Produkte und den Erhalt der Produktionsstandorte zu finanzieren.
Blume selbst räumt ein: Der Konzern ist zu groß, zu langsam und zu komplex. Vor dem Hintergrund des neuen Sparkurses macht man sich im Unternehmen Sorgen um 50.000 Arbeitsplätze und vier Werke.
Doch das Problem reicht weit über Volkswagen hinaus.
Deutsche Industrieverbände fordern immer lauter, dass Brüssel den europäischen Markt gegen China schützt. Maschinenbauer sagen offen, die deutsche Industrie werde „mit unfairen Methoden deindustrialisiert”, und verlangen Antidumping-Maßnahmen und andere Handelsbarrieren.
Noch vor kurzem baute Deutschland seinen Wohlstand auf dem freien Welthandel und dem riesigen chinesischen Markt auf. Jetzt ist China zum industriellen Konkurrenten geworden und die Hersteller bitten erstmals ernsthaft darum, sie vor genau dieser Konkurrenz zu schützen, mit der sie selbst jahrzehntelang verdient haben.
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