🇪🇺 Kriegswirtschaft | Was bedeuten Europas Verteidigungsausgaben für die Wirtschaft?
Die EZB untersucht eine zentrale Frage: Wenn Europa Hunderte Milliarden Euro zusätzlich für Verteidigung und Infrastruktur ausgibt, stärkt das auch die europäische Wirtschaft?
🔷 Rund 510 Mrd. € jährlich
Nach EZB-Schätzungen benötigt Europa zwischen 2025 und 2031 jährlich rund 510 Mrd. € an zusätzlichen Investitionen für verschiedene Prioritäten – darunter Verteidigung sowie die grüne und digitale Transformation.
🔷 Verteidigung wird zum Wirtschaftsfaktor
Die europäischen Fiskalregeln ermöglichen den Staaten, ihre Verteidigungsausgaben zwischen 2025 und 2028 um bis zu 1,5 % des BIP zusätzlich zu erhöhen.
Deutschland zeigt die Dimension: Im untersuchten Szenario steigt der Verteidigungsetat von rund 2 % des BIP 2025 auf etwa 3,5 % bis 2029. Gleichzeitig wurde ein 500-Mrd.-€-Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaprojekte geschaffen.
🔷 Bringt das Wirtschaftswachstum?
Entscheidend ist, wohin das Geld fließt. Ein EZB-Modell kommt bei höheren Verteidigungsausgaben auf einen fiskalischen Multiplikator von rund 0,93 über zwei Jahre.
Vereinfacht: 100 € zusätzliche Staatsausgaben könnten mit etwa 93 € zusätzlicher Wirtschaftsaktivität über zwei Jahre verbunden sein. Das ist eine Modellschätzung, keine Garantie.
📌 Der entscheidende Punkt:
Werden Milliarden in europäische Fabriken, Technologie, Forschung und Produktionskapazitäten investiert, bleibt ein größerer Teil der Nachfrage in Europa.
Werden dagegen hauptsächlich fertige Rüstungsgüter importiert, fließt ein größerer Teil der wirtschaftlichen Wirkung ins Ausland.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: Wie viel gibt Europa aus?
Sondern: Wo wird dieses Geld ausgegeben?
Quellen: EZB Blog, 25.07.2025; EZB Economic Bulletin 6/2025; EZB Economic Bulletin 2/2026; EZB Financial Stability Review, Mai 2025.
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