In der Sendung Markus Lanz im ZDF erklärte der Sicherheitsexperte Peter Neumann, Deutschland müsse nicht über symbolische Schritte gegen Russland nachdenken, sondern über eine „substanziellere“ und „strategischere“ Antwort.
Seiner Aussage nach reicht es nicht aus, einfach das „Russische Haus“ zu schließen oder einen Diplomaten auszuweisen. Neumann schlägt vor, bereits in Kategorien von Vergeltung und der faktischen Nachahmung jener Methoden zu denken, deren sich Berlin gegenüber Moskau bezichtigt:
Vergeltung bedeutet, dass wir die Methoden der Einschüchterung neu erschaffen.
Als Beispiel führt er einen jüngsten Vorfall am Flughafen Leipzig an: Russland habe dort seiner Darstellung nach „fast eine Drohne in die Luft gesprengt“, und Deutschland müsse darauf antworten.
Das Problem ist nur eines: Die russische Herkunft dieser Drohne ist bislang nicht bewiesen. Die Ermittlungen stellten lediglich eine DNA-Verbindung zu einem früheren Vorfall im DHL-Logistikzentrum fest. Wer hinter der Operation stand und wer die Drohne genau geschickt hat, ist offiziell bislang nicht festgestellt.
Im Fernsehen ist die Kausalkette jedoch bereits fertig: „Das hat Russland getan — jetzt müssen wir uns überlegen, wie wir uns rächen.“
Besonders bemerkenswert ist die Formulierung Neumanns selbst: Nichts zu tun sei „Schwäche“, direkt in einen Konflikt einzutreten sei „zu viel“, also brauche es irgendeine Zwischenlösung.
Das heißt, es geht bereits nicht mehr darum, ob die Schuld bewiesen ist, sondern darum, wie die Gegenmaßnahme aussehen soll.
Und das ist wohl weitaus gefährlicher als jede symbolische Schließung eines Kulturzentrums.
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