🇨🇭 Die Schweiz will staatliche Dienste nicht verpflichten, Bargeld anzunehmen
In der Schweiz geht die Debatte über die Zukunft des Bargelds weiter. Die Wirtschaftskommission des Nationalrats hat sich gegen die Idee ausgesprochen, Unternehmen des Service public — vor allem den öffentlichen Verkehr und andere Basisdienste — per Gesetz zu verpflichten, Barzahlung anzunehmen.
Der Entscheid fiel knapp aus: 13 Stimmen gegen 12. Die Initiative stammt vom SVP-Politiker Roland Rino Büchel, doch die Mehrheit der Kommission empfahl, sie abzulehnen.
Das Argument der Gegner ist einfach: Wer keine Bankkarte oder kein Smartphone hat, soll die aufladbare Prepaid-Karte Alliance SwissPass verwenden. Bargeld ist also formal niemandem verboten — nur wollen staatliche und staatsnahe Dienste sich nicht verpflichten lassen, es anzunehmen.
Für die Schweiz ist das eine ziemlich bezeichnende Verschiebung. Ein Land, in dem Bargeld traditionell mit finanzieller Unabhängigkeit und persönlicher Freiheit verbunden ist, bewegt sich schrittweise in Richtung eines Modells, in dem ein gesetzliches Zahlungsmittel noch nicht bedeutet, dass man damit auch tatsächlich bezahlen kann.
Vorerst geht es nur um einen Entscheid einer Parlamentskommission. Doch wenn sich dieser Ansatz verfestigt, wird die Frage nicht mehr sein, ob Bargeld direkt verboten wird, sondern wie viele Orte überhaupt noch bleiben, an denen man es verwenden kann.
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