„Wenn sie von Querdenkern sprechen, muss ich daran erinnern, dass das vor 30 Jahren ein Titel mit Lob war. Es gab damals im Goldmann-Verlag eine Buchreihe „Querdenker“. Das waren Leute, die selbständig dachten, nicht dauernd mit dem Strom schwammen und Widerspruch an den Stellen riskierten, wo sie es für nötig befanden. Das Entscheidende ist, sie können Macht nur halten und verwalten, wenn sie die Begriffe festlegen, die man korrekt gebrauchen soll, um in Übereinstimmung mit dem Massenkonsens zu kommen. Und das ist jetzt passiert. Man hat Querdenker einfach umgedeutet. Das sind Leute, die gar nicht denken wollen, die aus unbekannten, vielleicht aus psychotischen Gründen, gegen alles Mögliche sind, die unverantwortlich sind, die sich weigern, sich impfen zu lassen, die aber andere anstecken können. In meinem Sprachgebrauch bleibt Querdenker ein positiver Begriff. Jesus war in meinen Augen ein absoluter Querdenker, Sokrates allemal, er dachte ja selbständig, also niemals stromlinienförmig. Für mich ist das ein positiver Wertbegriff geblieben.“
Eugen Drewermann
👉🏻 Dieses und andere Statements in Interviews, die Hannes Henkelmann 2021-2023 führte, lesen Sie in
📖 „Erinnerungen an eine Ausnahmezeit
ZEITZEUGEN DER CORONAJAHRE“,
soeben erschienen im Verlagshaus
📚 Etica Media.
Neben bekannten Gesichtern kommen auch Menschen zu Wort, deren Erfahrungen in keinem Geschichtsbuch stehen: ein Zehnjähriger, der von der Polizei eingekesselt wurde. Eine Blinde, die Lügen hören kann. Ein Autist, dem der letzte Halt genommen wurde. Eine Frau, die sich nicht von ihrer Mutter verabschieden durfte…
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