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Michael Brück Michael Brück @michaelbrueck90 · 4.18K subscribers
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🪦 Die Antifa als Bewegung ist tot. Ihre fanatischen Anhänger sind jedoch noch gefährlicher 🚨

Das Versagen von Erfurt ist ein weiterer Tiefpunkt in der Antifa-Geschichte, deren Bedeutung seit etwa 15 Jahren kontinuierlich abnimmt. Um es vorweg zu sagen: Linksextremisten bleiben hoch gefährlich, sie sind oft skrupellose Gewalttäter. Aber sie mobilisieren keine gewalttätigen Massen mehr, die in der Lage sind, Chaos zu schaffen. Und das liegt nicht nur an der Schlummer-Funktion des eigenen Weckers.

Mittlerweile bin ich seit ca. 20 Jahren politisch aktiv. Die Straßenschlachten beim Demo-Versuch 2005 in Göttingen habe ich knapp verpasst (was mich als Jugendlicher jahrelang geärgert hat!), aber später konnte ich z.B. am 1. Mai 2008 in Hamburg oder 2010 (und vor allem 2011) beim (verhinderten) Dresden-Gedenken erleben, in welcher Dimension die Antifa „gegen Rechts“ mobilisieren und eskalieren kann. Oder aus der Fernperspektive 2007 beim G8-Gipfel in Heiligendamm bzw. 2017 bei G20 in Hamburg. Und, gerade in Dortmund, durch fast wöchentliche Konfrontationen in der Stadt – von uns damals zwar nach außen oft als lächerlich dargestellt, waren die lokalen Antifa-Strukturen um 2010 bis 2016 durchaus gut organisiert und militant. Doch das ist, sowohl im Ruhrgebiet, als auch bundesweit, Schnee von gestern.

Die Antifa-Bewegung ist an ihren eigenen Prinzipien gescheitert. Sie hat es in den letzten Jahren nicht geschafft, aktivistischen und militanten Nachwuchs in nennenswerter Zahl heranzubilden. Während gleichzeitig durch staatliche Überwachung und einen aufgerüsteten Sicherheitsapparat die Möglichkeit, bei Demonstrationen anonym gewalttätig zu werden, reduziert wird (natürlich gibt es noch kleinere Ausschreitungen, die sind aber kein Vergleich mit früheren Jahren), sind die autonomen Antifagruppen verschwunden. Das, was heute noch als „Antifa“ auf der Straße ist, sind ein paar Kinder aus bürgerlichem Haus, die sich rote Halstücher anziehen und 2-3 Jahre einem Trend hinterher laufen. Natürlich, wenn es in Überzahl gegen wenige geht, treten auch die in der Masse zu, wie sich in Erfurt gezeigt hat. Aber: Keiner von denen nimmt ernsthafte Konsequenzen in Kauf. Errichtet vor Polizisten Barrikaden, greift Beamte koordiniert mit Steinen und anderen Gegenständen an, organisiert an einem Tag wie dem AfD-Parteitag stadtweite Brandstiftungen, um für Chaos zu sorgen – all das war früher bei vergleichbaren bundesweiten Mobilisierungen der Antifa eher Regel als Ausnahme. Doch dafür sind die Konsequenzen, selbst für Linksextremisten, bei denen oft beide Augen zugedrückt werden, mittlerweile zu groß. Im Gegensatz zu früheren Autonomen, die bereit waren, unter Einsatz ihrer persönlichen Freiheit für ihre (falsche) Sache einzutreten, ist das Resultat der eigenen Antifa-Ideologie eine hedonistische Spaßgesellschaft, bei der es der Masse auch nur noch um ein Happening geht. Aber nicht darum, ernsthaft – mit persönlichem Risiko – die herbei halluzinierte Gefahr des angeblich wiederaufkommenden Faschismus zu bekämpfen. Da ist das nächste Techno-Rave mit antideutscher Musik und dreitägigem Drogenrausch eben wichtiger.

Wir werden daher in Zukunft keine reale Gefahr mehr haben, dass bundesweite Antifa-Mobilisierungen durch Massenmilitanz rechte Veranstaltungen verhindern
(kleine Anmerkung: Im Schanzenviertel oder in Connewitz kann es immer noch etwas rauer zugehen, aber selbst dort macht diese Entwicklung nicht halt). Aber: Natürlich gibt es auch noch ernstzunehmende Linksextremisten, die das Scheitern ihrer Bewegungspolitik erkannt haben. Die sind dagegen eine umso größere Gefahr. Auch die Hammerbande um Johann Guntermann und Lina E. hat sich nicht damit aufgehalten, Sitzblockaden auf gesperrten Autobahnen abzuhalten oder sich an Gleise zu kleben, über die ohnehin keine Bahn fährt. Diese Leute haben sich überlegt, wo sie direkten Schaden verursachen können, durch direkte Angriffe auf die von ihnen verhassten „Rechten“. Unter Abwägung eines möglichst günstigen Kosten-Nutzen-Risikos, nicht erwischt zu werden (was nach Jahren erst schief ging), wenige Personalressourcen zu benötigen und gleichzeitig hohen Schaden anzurichten.

Genau das wird jedoch die Entwicklung sein: Die linksextremen Antifa-Kinder, die auf der Straße spielen, sind die Ablenkung. Diejenigen, die von der Oberfläche verschwunden sind und ihre Aktionen konspirativ planen, werden die reale Gefahr. Ob die Sicherheitsbehörden, deren Ressourcen im „Kampf gegen Rechts“ doch so sehr eingebunden sind, das auf dem Schirm haben?

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