🌿 Die Große Brennnessel (Urtica dioica) gehört zu der Familie der rosenartigen Brennnesselgewächse (Urticaceae), diese zählt insgesamt 45 Unterarten. Die Große Brennnessel & die Kleine Brennnessel (Urtica urens) sind die am meisten verbreiteten Arten & kommen in ganz Europa, im Norden Asiens & Amerika vor. Die Große Brennnessel ist mehrjährig & erreicht eine Wuchshöhe von 1,5 m. Exemplare, die an die 2,5 m erreichen, können ebenfalls vorkommen. Sie ist zweihäusig (dioica), d.h. es gibt eine weibliche & eine männliche Pflanze. Die Kleine Brennnessel ist einjährig, wird höchstens 0,5 m hoch & ist einhäusig, d.h. männliche & weibliche Blüten befinden sich auf einer Pflanze.
Die Kleine Brennnessel hat eher rundliche, kleinere Blätter die einen grünlichen Glanz bilden. Die Blätter der Großen Brennnessel hingegen sind stumpfgrün, länglich & spitz zulaufend. Die Kleine Brennnessel sticht & brennt viel mehr als ihre große Schwester. In ihrer Wirkungsweise sind sich die Beiden jedoch sehr ähnlich & Unterschiede in ihrer Heilkraft sind nicht bekannt.
🎋 Der Stengel der Nesseln ist vierkantig, verzweigt oder unverzweigt, aufrecht, aufsteigend oder ausgebreitet & mit Haaren übersäht. An ihm reihen sich die grob gesägten, gestielten Blätter in strenger Anordnung gegenständig auf. Jedes Blattpaar bildet mit dem vorigen ein Kreuz. Dies kann man besonders gut erkennen, wenn man die Pflanze von oben betrachtet. Man kann diese Wuchsform auch „kreuzgegenständig“ nennen. Die Blattspreiten sind ellipitisch, lanzettlich oder eiförmig & besitzen meist 3-7 Blattadern.
🌸 Die Blüten sind sehr unscheinbar. Auf eine besondere Blütenpracht legt unsere Amazone keinen großen Wert. Die relativ kleinen, unauffälligen, immer eingeschlechtigen Blüten sind 2-6-, meist jedoch 4 bis fünfzählig. Die weiblichen Blütenstände bilden eine hängende Blütenrispe während die männlichen Blüten aufwärts & horizontal gerichtet sind. Sie formen kleine vierstrahlige Sternchen, die 4 Zacken sind vor der Bestäubung nach innen aufgerollt. Bei Wärmereiz öffnen sie sich ruckartig um eine Blütenstaubwolke auszusenden. Die Früchte (Samen) der Brennnessel fallen schon etwas üppiger aus. Sie bleiben lange an der Pflanze hängen, auch wenn schon die Blätter abgefallen sind, kann sie noch immer Früchte tragen. Diese erinnern an kleine Trauben & sind rispenförmig angeordnet. Je reifer sie werden desto brauner wird ihre Farbe.
🫚 Die Wurzel der Brennnessel ist ein weit verzweigtes Netz aus dünnen Wurzelarmen. Aus diesen Armen können sich neue Sprosse bilden & zuerst purpurrot gefärbt aus der Erde wachsen. Erst einige Zentimeter über dem Erdboden beginnen die Blätter grün anzulaufen. Auch die Sprosse sind von Anfang an mit Brennhaaren ausgestattet.
Das markanteste Merkmal der Brennnessel sind ihre Brennhaare. Diese übersähen die gesamte Pflanze, hauptsächlich an der der Oberseite der Blätter & am Stengel. Durch das Mikroskop geschaut, erkennen wir, dass diese Brennhaare flaschenförmige, von Kieselsäure umkleidete Gebilde sind, die am Ende ein kleines Köpfchen tragen. Dieses bricht bei der kleinsten Berührung ab & ein ätzender Saft (aus Acetylcholin, Ameisensäure, Histamin, Serotonin & Natriumformiat, dem Salz der Ameisensäure) fließt aus. Beim Abbrechen der Kieselsäure-Spitzen zersplittern diese & fügen der Haut eine kleine Verletzung zu.
Das herausfließende Brennnessel-Sekret kann ungehindert in die Haut eindringen & verursacht sofortige Reaktionen. Die Ameisensäure wirkt brennend & ätzend, der Entzündungsbotenstoff Histamin sorgt für die Schwellungen & den Juckreiz, das Acetylcholin, dass auch im Hornissengiftstoff vorkommt, verstärkt den Schmerz. Zum Brennen & Juckreiz kommen nun auch noch Bläschen, die über mehrere Stunden bis Tage bleiben können.
Wie sehen also, unsere Amazone kann sich hervorragend gegen Fressfeinde wehren. Wer weiß, vielleicht hätten wir ohne diese unangenehme Wirkung die Brennnessel, die ja von vielen Menschen noch immer als Unkraut bezeichnet wird, schon ausgerottet.
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