34 Stimmen in Spandau 1 kosten fünf Sitze
Eine falsche Schnellmeldung hat in Spandau 1 das Direktmandat gedreht. Nach der Nachzählung liegt Tommy Tabor (AfD) mit 5.184 zu 5.150 Stimmen vor Bettina Meißner (CDU). Das Abgeordnetenhaus schrumpft von 158 auf 153 Sitze.
Warum ein Direktmandat fünf Sitze bewegt: Der CDU stehen in Spandau nach Zweitstimmen zwei Sitze zu. Mit drei Direktmandaten hatte sie dort ein Überhangmandat, landesweit sechs. Fällt Spandau 1 weg, sind es fünf. Das Parlament wird so weit vergrößert, bis die CDU-Sitze zu ihrem Zweitstimmenanteil passen. Mit 34 CDU-Sitzen ergibt die amtliche Formel 157,71, also 158. Mit 33 Sitzen ergibt sie 153,08, also 153. Damit schrumpfen auch die Ausgleichsmandate der anderen Parteien von 21 auf 17.
Wir haben mit dem Rechenschema des Landeswahlleiters nachgerechnet, wen es trifft:
Wer das Mandat verliert:
CDU: Bettina Meißner, Direktmandat Spandau 1. Die Bezirksliste rettet sie nicht, weil die CDU in Spandau keinen Listensitz hat.
Die Linke: Coco Aglibut, Bezirksliste Pankow, Platz 7.
Die Linke: Dr. Bettina Günter, Bezirksliste Steglitz-Zehlendorf, Platz 3.
GRÜNE: Oda Hassepaß, Landesliste, Platz 19.
SPD: Martin Matz, Bezirksliste Steglitz-Zehlendorf, Platz 3.
Der Grund: Die CDU hat ein Überhangmandat weniger. Damit entfallen auch vier Ausgleichsmandate der anderen Parteien. Bei der AfD ändert sich nichts. Tabor war schon über die Landesliste gewählt.
Grundlage ist das vorläufige Ergebnis. Verbindlich wird es erst am 12. Oktober im Landeswahlausschuss.
Der Fall zeigt: Die Öffentlichkeit der Schnellmeldung ist keine Formalie. Ihre Verletzung zerstört genau das Mittel, mit dem bei einer Wahl die Richtigkeit der Zahlen sichergestellt wird.
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