🪖🪶An diesem Tag geschah 1943 die einzige erfolgreiche Flucht aus dem Vernichtungslager Sobibor in Polen.
Die Schlüsselrolle spielte der 34-jährige sowjetische Offizier Alexander Petscherski.
Er plante und leitete den bewaffneten Aufstand von Sobibór am 14. Oktober 1943, der zu einem Massenausbruch aus dem Vernichtungslager Sobibor im besetzten Polen führte.
Petscherski war Kriegsgefangener; als seine jüdische Abstammung erkannt wurde, wurde er erst in das Minsker Ghetto und dann nach Sobibor deportiert.
Bei der Selektion an der Rampe des Bahnsteigs wurde Petscherski als einer von 60 Häftlingen ausgewählt, um im Lager für die SS Instandhaltungsmaßnahmen als Zwangsarbeit zu verrichten. Die übrigen wurden am selben Tag in der Gaskammer umgebracht.
Bereits am Abend des Ankunftstages erfuhr Petscherski von Mitgefangenen, dass der Rauch aus den Schornsteinen von den verbrannten Leichen der mit ihm eingetroffenen Häftlinge stammte.
Im Lager lernte Petscherski Leon Feldhendler kennen, die beiden sprachen jiddisch, die Sprache der europäischen Juden.
Bei den Gefangenen reifte unter Führung von Leon Feldhendler, einem Mitglied des Judenrates, der Plan, durch einen Massenausbruch ihr Schicksal selber in die Hand zu nehmen. Zwei kleinere Ausbruchsversuche waren zuvor gescheitert.
Innerhalb von sechs Wochen entwickelte Petscherski den Plan, 17 führende SS-Männer durch selbstgebaute Hieb- und Stichwaffen außer Gefecht zu setzen. Gleichzeitig sollten Telefon und Strom im Lager gekappt werden, wodurch die Kommunikation ausfallen würde, so dass die Wachmannschaft auszuschalten und Waffen zu erbeuten wären. Petscherskis Plan, über den nur ca. 10 % der Häftlinge informiert waren, ließ sich zum großen Teil umsetzen.
Am 14. Oktober 1943 um 16 Uhr gelang es den gefangenen Zwangsarbeitern, elf SS-Männer auf der Stelle zu töten. Etwa 365 der 600 aufständischen Häftlinge konnten die Sperren überwinden. Da nur ein Teil der Wachmannschaft ausgeschaltet wurde, waren die Verluste höher als erwartet. Etwa 150 Flüchtlinge entkamen dem Kugelhagel sowie den um das Lager ausgelegten Minenfeldern und flohen in die nahen Wälder. 47 entflohene Häftlinge lebten am Ende des Zweiten Weltkriegs noch.
Petscherski konnte sich den Partisanen anschließen und kämpfte bis zum Kriegsende.
Um diese Flucht zu vertuschen, wurde das Vernichtungslager dem Boden gleich gemacht und das Territorium mit Nadelbäumen bepflanzt.
▶️https://youtu.be/4DMoJAPjohA?is=ZSQRJwbN7W3u94J_
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