Lange war es still hier auf meinem Kanal. Es war Sommer, es war heiß, es war anstrengend, und die Energie reichte gerade noch vom Haus in den Pool.
Jetzt, wo es kühler wird, kann ich wieder klare Gedanken fassen.
Und ich möchte eine kleine Geschichte mit euch teilen.
Heute war ich einkaufen und habe eine Bekannte getroffen, deren Tochter hochschwanger ist. Der Geburtstermin war letzten Montag. Sie bangen und hoffen, dass das Kind noch übers Wochenende zur Welt kommt, denn am Montag wird es geholt.
Und ich denke mir nur: Wer hat sich die Macht genommen, über Mutter und Kind zu entscheiden? Wer, wenn nicht das Kind, entscheidet, wann der richtige Zeitpunkt für es ist? Wo ist die Selbstbestimmung geblieben? Wo ist der Rückhalt der Familie geblieben? Die Stärke: Du bist schwanger, du bist stark, du machst das.
Nein, es wird umgedreht. „Oh Gott, du bist schwanger. Wenn du es nicht schaffst, in dieser Woche dein Kind zu gebären, dann wird es geholt." Mir stellt das die Gänsehaut auf, wenn ich das schreibe.
Und so fängt es an. Ein Bruch geht durch die Familie. Das Kind wird geholt, abgenabelt, der Mutter entrissen, gewogen, ihm wird Blut abgenommen. Es wird aus Mutters warmem, wohligem Bauch gerissen. Und alle sehen nur zu. Keiner hat den Mut zu sagen: „Halt, stopp, das ist meine Frau, lasst sie."
Keine Mutter hat den Mut zu sagen: „Stopp, ich will das nicht. Ich warte, bis mein Kind bereit ist, auf diese Welt zu kommen."
So wird das erste Trauma gesetzt, der erste Bruch.
Dieser Urschmerz, nicht genährt und nicht getragen zu werden, nicht selbstbestimmt entscheiden zu können.
Post #424
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Forwarded from Sonja - Ja zum Leben (Sonja)