Wie schnell finden wir eine Erklärung für unser eigenes Verhalten.
Wir waren überfordert, enttäuscht, haben es nicht so gemeint oder einfach nicht darüber nachgedacht. Und ja, oft mag das sogar stimmen.
Doch was ist mit den Menschen, die unter den Folgen leiden? Wird ihr Schmerz dadurch geringer?
Wir alle machen Fehler und verletzen andere, auch unbeabsichtigt. Entscheidend ist doch, wie wir anschließend damit umgehen.
Was mir besonders auffällt, ist die Gleichgültigkeit, mit der manche Menschen einfach weitermachen, als wäre nichts geschehen. Sie verdrängen, was sie angerichtet haben, reden es sich schön oder schweigen darüber.
Als würde das, worüber niemand mehr spricht, irgendwann auch für den anderen bedeutungslos werden.
Dabei kann das, was für den einen längst erledigt ist, einen anderen noch Jahre begleiten. Es gibt Verletzungen, die das Vertrauen tief erschüttern, und Entscheidungen, die einem Menschen sogar die Zukunft nehmen können, für die er lange gekämpft hat.
Und wie schmerzhaft muss es sein, wenn diejenigen, die dafür mitverantwortlich sind, kaum einen Gedanken daran verschwenden?
Für mich beginnt Selbstreflexion dort, wo wir aufhören, unser Gewissen mit Erklärungen zu beruhigen, und uns ehrlich fragen, was unser Verhalten bei anderen ausgelöst hat.
Ich nehme mich davon nicht aus, denn auch ich erkenne nicht immer meine eigenen Schwächen. Umso wichtiger ist es, sich das immer wieder vor Augen zu führen.
Nicht alles lässt sich wiedergutmachen. Doch wer den anderen mit seinem Schmerz ernst nimmt, zeigt ihm, dass er mit dem Erlebten nicht allein gelassen wird.
Und Hand aufs Herz: Würden wir unser Verhalten ebenso leicht entschuldigen, wenn wir selbst mit den Folgen leben müssten?
Aho❣🙏❣
@gedankenzuender
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